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Spandau: Firmen, Ämter, Hilfe und Geschichte

Wie Spandau entstanden ist und was seine Geschichte ausmacht.

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Geschichte von Spandau

Kurz gesagt

Spandau wuchs aus einer slawischen Inselburg an der Mündung der Spree in die Havel heran. Die Siedlung deutscher Kaufleute an der Nikolaikirche wurde 1232 als Stadt greifbar, später kamen Festung, Garnison und Rüstungsindustrie. Erst am 1. Oktober 1920 wurde die lange selbständige Stadt Teil von Groß-Berlin.

Spandau im Überblick

Bezirk
Spandau
Erste Nennung
1197 (ein Vogt von Spandau als Zeuge in einer Urkunde)
Als Stadt belegt
1232 (Urkunde der Markgrafen Johann I. und Otto III.)
Zu Berlin seit
1. Oktober 1920 (zuvor selbständige Stadt, seit 1887 Stadtkreis)
Name
Herkunft nicht gesichert; bis 1877/78 „Spandow“, der slawische Name der Burg ist nicht überliefert
Fläche
rund 8 km² (Ortsteil Spandau mit Altstadt, Kolk, Stresow, Klosterfelde und Tiefwerder)
Firmen (IHK-Zählung)
973

Burgwall und Name: Die slawische Insel

Spandau liegt dort, wo die Spree in die Havel mündet. Diese Lage an zwei Wasserwegen erklärt, warum hier schon früh Menschen siedelten. Ab etwa dem 7. Jahrhundert war das Havelland von slawischen Stämmen besiedelt, in der Gegend von Spandau vor allem von den Hevellern.

Auf einer Talsandinsel in der Havel, etwa zwei Kilometer südlich der heutigen Altstadt, entstand eine Siedlung, die man im Lauf der Zeit zu einer starken Befestigung, dem Burgwall (einer von Wall und Graben geschützten Anlage), ausbaute. Je nach Quelle wird der Beginn der Besiedlung im 7. oder 8. Jahrhundert angesetzt.

Ausgrabungen haben gezeigt, dass dieser Ort mehr war als ein einfacher Zufluchtsplatz.

Archäologen fanden ein Gräberfeld, hochwertige Gegenstände und einen besonders aufwendig befestigten Bereich, der auf den Sitz eines hevellischen Fürsten hindeutet. 1982 stieß man auf die Reste einer hölzernen Saalkirche, die auf etwa 980 datiert wird, und auf die Gussform des sogenannten Spandauer Kreuzes.

Die Anlage wurde mehrfach zerstört oder abgebrannt und stets wieder in Holz aufgebaut. Im 12. Jahrhundert gaben die Bewohner den Burgwall schließlich auf und zogen in die neu entstehende Siedlung, aus der die spätere Stadt wurde. Eine Straße mit dem Namen Spandauer Burgwall erinnert heute an den Ort.

Woher der Name Spandau kommt, ist nicht gesichert, und auch der slawische Name der alten Burg ist nicht überliefert. Sicher ist die Schreibweise: Bis ins 19. Jahrhundert hieß die Stadt „Spandow“, erst Ende der 1870er Jahre wurde amtlich „Spandau“ daraus. Die Quellen nennen dafür 1877 oder 1878.

Mittelalter: Von der Burg zur Stadt

Die Herrschaft über das Havelland ging 1157 an den Askanier Albrecht den Bären, der als Markgraf von Brandenburg die Gegend in sein Territorium einfügte. Die Askanier bauten die Befestigung an der Spreemündung zur steinernen Burg aus.

Auf diese Zeit gehen Teile der heutigen Zitadelle zurück: Der Juliusturm, ein Bergfried (Hauptturm einer Burg), entstand nach heutigem Wissen im frühen 13.

Jahrhundert und gilt als ältester Profanbau (nichtkirchliches Gebäude) im Berliner Stadtgebiet. 1197 erscheint dann erstmals ein Vogt Eberhard von Spandau als Zeuge in einer markgräflichen Urkunde, es ist die früheste datierte Nennung des Ortes.

Etwa gleichzeitig wuchs ein zweiter Siedlungskern. Im Umkreis der St.-Nikolai-Kirche ließen sich deutsche Kaufleute nieder, aus der Niederlassung entwickelte sich ein Marktort. Um 1200 zog ein großer Teil der Bevölkerung vom Burgwall in dieses Gebiet um. Am 7. März 1232 nennen die Markgrafen Johann I. und Otto III.

Spandau in einer Urkunde als Stadt und gewähren zusätzliche Rechte, darunter den Bau einer Flutrinne (ein Vorläufer der heutigen Schleuse). Nach Darstellung der Wikipedia setzt die Urkunde das Stadtrecht voraus, statt es erst zu verleihen; das Bezirksamt spricht von der Verleihung.

Der Text hält sich deshalb an die sichere Aussage: 1232 ist Spandau als Stadt belegt.

Es folgte der Ausbau zur befestigten Stadt. 1239 wurde ein Benediktinerinnenkloster gegründet, und ab 1319 entstand eine Stadtmauer mit vier Toren. Im Kolk, dem ältesten Siedlungsgebiet der Altstadt auf der früheren Insel Behnitz, hat sich ein Stück dieser Mauer aus der ersten Hälfte des 14. Jahrhunderts erhalten.

Die Nikolaikirche wurde im 15. Jahrhundert zur dreischiffigen gotischen Hallenkirche (ein Kirchenraum mit gleich hohen Schiffen) ausgebaut, und aus derselben Zeit stammt das Gotische Haus, das als ältestes erhaltenes Bürgerhaus Berlins gilt. So ist die mittelalterliche Stadt trotz aller späteren Verluste an wenigen Stellen noch ablesbar.