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Heinersdorf: Firmen, Ämter, Hilfe und Geschichte

Vom Hospitaldorf am Rand des Barnim über Bahnhof, Wasserturm und Straßenbahn zum Ortsteil mit Dorfkirche, Moschee und neuen Wohnvierteln.

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Geschichte von Heinersdorf

Kurz gesagt

Heinersdorf entstand um 1230 als Straßendorf und wurde 1319 erstmals erwähnt, als Markgraf Woldemar es an das Heilig-Geist-Hospital zu Berlin verkaufte. Fast 600 Jahre blieb es ein Bauerndorf, bis die Stettiner Bahn Fabriken und Siedler brachte. Seit 1920 gehört es zu Berlin, heute zum Bezirk Pankow.

Heinersdorf im Überblick

Bezirk
Pankow
Fläche
3,95 km²
Gegründet
um 1230 als Straßendorf
Erstmals genannt
1319 als „Hinrickestorppe“
Zu Berlin seit
1. Oktober 1920
Bezirk
Pankow (1986 bis 2000 Weißensee)
Einwohner
10.265 (31. Dezember 2025)
Firmen (IHK-Zählung)
172

Name und Anfänge: ein Straßendorf um 1230

Wer heute die Berliner Straße entlangfährt, folgt dem Grundriss eines Straßendorfs, das um 1230 angelegt wurde. Die Höfe reihten sich links und rechts der einen Dorfstraße, und am Ende stand die Kirche. Der Name geht auf einen Heinrich zurück: Anfangs hieß der Ort Hinriksdorp, Heinrichsdorf.

Noch heute lässt sich das Dorf an seinem Straßennetz ablesen. Heinersdorf hat 77 gewidmete Straßen mit zusammen 30,2 Kilometern Länge, etwa fünf Prozent des Pankower Straßennetzes. Zwischen ihnen liegen fast 90 Hektar Kleingärten, die laut Wikipedia einen großen Teil der Ortsteilfläche einnehmen.

Schriftlich erscheint das Dorf erstmals 1319 als „Hinrickestorppe“. In jenem Jahr verkaufte Markgraf Woldemar den Ort für 150 Mark brandenburgischen Silbers an das Heilig-Geist-Hospital zu Berlin. Das Hospital, eine Stiftung für Kranke und Arme, lebte von den Abgaben seiner Dörfer.

Im Landbuch der Mark Brandenburg von 1375, einem Verzeichnis aller Dörfer und ihrer Abgaben, hatte Heinersdorf 36 Hufen. Eine Hufe war das Land, das eine Bauernfamilie bewirtschaften konnte. Vier Hufen gehörten dem Pfarrer, zwölf bewirtschaftete das Hospital selbst.

Die Vollbauern zahlten Pacht und Zins, aber keine Bede, also keine landesherrliche Steuer. Neun Kossäten – Kleinbauern mit Haus, aber wenig Land – und der Krüger, der Gastwirt, entrichteten zusammen 15½ Schilling und 15 Hühner. So nüchtern beschreibt das Landbuch ein Dorf, das sechs Jahrhunderte lang kaum wuchs.

Die alte Dorfstraße gibt es noch, nur unter anderem Namen. Vor 1902 wurde sie mit dem Weißenseer Weg zur Kaiser-Wilhelm-Straße zusammengelegt, und seit dem 12. April 1951 heißt sie Romain-Rolland-Straße. Sie verbindet Weißensee mit dem Autobahnanschluss und führt direkt an der Kirche vorbei.

Die Feldsteinkirche am Dorfende

Mitten im alten Dorfkern, heute Romain-Rolland-Straße 54/56, steht die Dorfkirche Heinersdorf. Ihr Bau begann in der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts als Saalkirche ohne Chor, die Mauern aus sorgfältig behauenen Feldsteinen in gleichmäßigen Lagen.

Über die Jahrhunderte wuchs die Kirche mit. Ende des 15. Jahrhunderts erhielt sie ein Netzgewölbe und eine Vorhalle, Mitte des 16. Jahrhunderts eine Seitenkapelle, die zuerst als Leichenhaus und später als Sakristei diente. 1860 kam der rechteckige Ostchor dazu, 1893 ersetzte ein neugotischer Westturm den hölzernen Dachreiter.

Ihre heutige Form bekam die Kirche 1934 und 1935, als der Chor nach Süden zu einem etwa 20 Meter langen Querschiff erweitert wurde. Im Turm hängen drei Bronzeglocken, zwei davon aus dem 16. Jahrhundert. Der Taufstein aus Kalkstein trägt die Jahreszahl 1621, die Westempore das Jahr 1716.

Auch sonst hat die Gemeinde viel bewahrt. Eine Taufschale aus Nürnberger Messing mit Adam und Eva wurde 1629 gestiftet, Kelch und Patene stammen von 1691, eine Krippenfigur sogar aus dem 15. Jahrhundert. Die Orgel baute die Firma Schuke 1935 anstelle eines Instruments von 1893.

Den Krieg überstand die Kirche mit leichten Schäden. Die Chorfenster gingen verloren; 1946 schuf Charles Crodel neue Glasfenster. Bis 1905 war Heinersdorf kirchlich nur eine Filiale von Weißensee. Das Pfarrhaus von 1909, entworfen von Carl James Bühring, steht wie die Kirche unter Denkmalschutz.