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Blankenburg: Firmen, Ämter, Hilfe und Geschichte

Vom mittelalterlichen Angerdorf mit Feldsteinkirche über Rittergut, Bahnhof und Rieselfelder bis zum Vorort mit Gartensiedlung und den Plänen für den Blankenburger Süden.

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Geschichte von Blankenburg

Kurz gesagt

Blankenburg ist ein Angerdorf auf dem Barnim, das um 1230 gegründet und 1375 im Landbuch Kaiser Karls IV. sicher erwähnt wurde. Seit dem 1. Oktober 1920 gehört es zu Berlin. Heute prägen die Feldsteinkirche, Einfamilienhäuser und eine 84 Hektar große Gartensiedlung den Ort im Norden Pankows.

Blankenburg im Überblick

Bezirk
Pankow
Fläche
6,08 km²
Erstmals genannt
1375 (Landbuch Karls IV.); 1271 möglicher Hinweis
Zu Berlin seit
1. Oktober 1920
Bezirk
Pankow (1986 bis 2000 Weißensee)
Einwohner
6.806 (31. Dezember 2025)
Lage
Barnim-Hochfläche im Norden Berlins, an der Panke, Teile im Naturpark Barnim
Firmen (IHK-Zählung)
90

Name und Anfänge: ein Angerdorf auf dem Barnim

Wer heute über die Straße Alt-Blankenburg geht, läuft über einen mittelalterlichen Dorfanger, also den breiten Platz in der Dorfmitte, um den sich die Höfe reihten. Niederdeutsche Siedler legten das Dorf um 1230 auf dem Barnim an, einer Hochfläche nördlich des Berliner Urstromtals.

Den Namen brachten sie wohl aus der Heimat mit. Die Wikipedia führt ihn auf Blankenburg im Harz zurück, eine Namensübertragung, wie sie bei der Besiedlung der Mark Brandenburg häufig vorkam. Der neue Ort erhielt den Namen der alten Burg, obwohl hier nie eine Burg stand.

Ein erster schriftlicher Hinweis stammt von 1271: Eine Urkunde des Bischofs von Brandenburg nennt einen Zeugen Anselm de Blanckenborch, der aus Blankenburg stammen könnte. Sicher belegt ist das Dorf erst im Landbuch Kaiser Karls IV. von 1375, einem Verzeichnis aller Dörfer und Abgaben der Mark.

Das Landbuch zeichnet ein genaues Bild. Blankenburg hatte 42 Hufen, also Ackerlose von jeweils rund 30 Morgen, davon vier für den Pfarrer. Dazu kamen 24 Kossäten, Kleinbauern mit Haus und Garten, aber ohne volle Hufe, und ein Krüger, der die Dorfschenke betrieb. Ein Ritterhof gehörte dem Tamme von Röbel.

Angerdörfer wie Blankenburg folgten einem festen Muster: Die Kirche stand auf dem Anger, die Bauernhöfe säumten ihn zu beiden Seiten, dahinter begannen die Felder. Dieses Muster ist in Blankenburg noch erkennbar, auch wenn ein Gutsherr später den Westteil des Angers beseitigte, wovon noch zu erzählen ist.

Die Feldsteinkirche: Baukunst aus sieben Jahrhunderten

Mitten auf dem Anger steht die Dorfkirche Blankenburg, und sie erzählt die Geschichte des Dorfes in Stein. Den Kern bildet das Langhaus im Westen, eine spätromanische Saalkirche aus behauenen Feldsteinen aus der Mitte des 13. Jahrhunderts, mit kleinen Rundbogenfenstern und einem Südportal.

Als das Dorf wuchs, wuchs auch die Kirche. Nach 1372 verlängerten die Bauleute das Schiff nach Osten und gaben ihm einen schiffsbreiten Chor. Der quadratische Westturm aus Feldsteinen entstand nach 1402 bis 1405, sein spitzbogiges Portal ist aus Backstein. Um die Mitte des 15. Jahrhunderts wurde er aufgestockt.

Um 1700 erhielt der Turm ein verputztes Glockengeschoss mit Pyramidenhelm und Laterne. Aus dieser Zeit stammt auch die barocke Ausstattung vor weißen Wänden: eine Stiftungstafel von 1694 sowie Abendmahlsgemälde und Altaraufsatz von 1695. Hinzu kommt ein Taufengel von 1700, der eine Muschelschale hält.

Die Kirche hat Schäden und Umbauten überstanden. 1939 trugen die Handwerker das baufällige Glockengeschoss ab und bauten es schmaler wieder auf, zunächst mit einem flachen Notdach. Erst 1998 bekam der Turm sein schlankes Pyramidendach. Die drei Gussstahlglocken läuten seit 1920, die Orgel aus Dresden seit 1975.