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Zehlendorf: Firmen, Ämter, Hilfe und Geschichte

Wie Zehlendorf entstanden ist und was seine Geschichte ausmacht.

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Geschichte von Zehlendorf

Kurz gesagt

Zehlendorf entstand als Straßendorf auf der Hochfläche des Teltow und wurde 1242 erstmals urkundlich erwähnt, als es an das Kloster Lehnin kam. Der Ort lag an der Straße zwischen Berlin und Potsdam, erhielt 1838 Preußens erste Eisenbahnstation und wuchs zum Villenvorort. Seit 1920 gehört er zu Berlin.

Zehlendorf im Überblick

Bezirk
Steglitz-Zehlendorf
Erstmals genannt
1242, als „Cedelendorp“ in einer Verkaufsurkunde der Markgrafen
Selbständig als Landgemeinde
1872 bis 1920, im Landkreis Teltow
Zu Berlin seit
1920, als Hauptort des gleichnamigen Verwaltungsbezirks (bis 2001)
Eingegliedert
Schönow 1894
Name
Mischname aus einem slawischen Personennamen und deutschem „-dorf“
Bezirk heute
Steglitz-Zehlendorf (Fusion zum 1. Januar 2001)
Firmen (IHK-Zählung)
983

Name und Anfänge: ein Dorf auf der Hochfläche

Zehlendorf liegt im Südwesten Berlins auf dem Teltow, einer flachen Hochfläche südlich der Spree. Der Ortsname ist eine Mischform: Nach der Darstellung der Wikipedia steckt darin ein polabischer, also westslawischer Personenname „Sedl“, der mit dem Wort für Siedlung zusammenhängt, dazu das deutsche „-dorf“.

Der Name erzählt damit schon vom Zusammentreffen zweier Sprachen, wie es für die Gegend im Mittelalter üblich war.

Wann genau das Dorf gegründet wurde, überliefert keine Urkunde. Die Angaben schwanken: Je nach Quelle wird die Gründung um 1220 oder um 1230 angesetzt, beide Male als Teil der deutschen Besiedlung des Teltow.

Die Askanier, die damals herrschenden Markgrafen von Brandenburg, gründeten nach Darstellung des Heimatvereins um 1200 mehrere Dörfer in dieser Gegend; manche davon wurden später wieder aufgegeben. Zehlendorf entstand als breites Straßendorf.

Auf dem heutigen Ortsteilgebiet gab es zuvor schon kleinere Siedlungen. Im Krummen Fenn, wo heute das Museumsdorf Düppel steht, haben Ausgrabungen eine Siedlung nachgewiesen, die um 1170 als befestigter Rastplatz zwischen Saarmund und Spandau begann und sich zu einem kleinen Dorf mit etwa acht Höfen entwickelte.

Um 1230 wurde sie verlassen. Ob das mit der Gründung Zehlendorfs zusammenhängt, ist nach dem Stand der Forschung eine Vermutung und nicht gesichert.

Unter dem Kloster Lehnin: das Mittelalter

Die erste schriftliche Nennung stammt aus dem Jahr 1242. Die Markgrafen Johann I. und Otto III. verkauften das Dorf, das in der Urkunde „Cedelendorp“ heißt, an das Zisterzienserkloster Lehnin. Als Preis nennt der Heimatverein 300 Mark Silber.

Der Bezirk Zehlendorf feierte auf dieser Grundlage 1992 sein 750-jähriges Bestehen. 1251 kaufte das Kloster außerdem Land um Krummensee dazu und vergrößerte damit die Feldmark, also die Ackerfläche des Dorfes, erheblich.

Rund 300 Jahre, von 1242 bis 1542, blieb Zehlendorf in der Hand der Mönche. Aus dieser Zeit stammt die erste Kirche. Auf eine hölzerne Kirche folgte vermutlich um 1250 ein Bau aus Feldstein, 1264 soll eine Dorfkirche mit Turm urkundlich erwähnt worden sein, was als nicht gesichert gilt.

Wie das Dorf im 14. Jahrhundert aussah, zeigt das Landbuch Kaiser Karls IV. von 1375, eine Art Bestandsverzeichnis der Mark Brandenburg. Es nennt 50 Hufen (ein altes Flächenmaß für das Land eines Bauernhofs), einen Krug, eine Wassermühle, elf Kossäten (Kleinbauern mit wenig Land) und zwei Seen mit Fischereirechten.

Frieden herrschte nicht immer. 1411 überfielen Raubritter aus dem Magdeburgischen das Dorf. Mit der Reformation endete 1542 die Herrschaft des Klosters, und Zehlendorf kam unter die Verwaltung des kurfürstlichen Amtes Mühlenhof. Seither waren die Kurfürsten von Brandenburg und später die preußischen Könige die Schutzherren der Dorfkirche.

Im Dreißigjährigen Krieg (1618 bis 1648) verlor der Ort Einwohner und Wohlstand. Als der Landreiter Klienitz 1652 Bilanz zog, zählte er wieder zwölf Bauern und sechs Kossäten. Aus dieser Zeit ist außerdem eine Dorfordnung mit 51 Paragrafen erhalten, die das Zusammenleben regelte.