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Lichterfelde: Firmen, Ämter, Hilfe und Geschichte

Wie Lichterfelde entstanden ist und was seine Geschichte ausmacht.

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Geschichte von Lichterfelde

Kurz gesagt

Lichterfelde begann als märkisches Dorf des 13. Jahrhunderts, dessen Name auf flämische Siedler zurückgehen dürfte. Ab 1865 ließ der Unternehmer Johann Anton Wilhelm von Carstenn hier eine Villenkolonie anlegen, zu der bald die Hauptkadettenanstalt und die erste dauerhaft betriebene elektrische Straßenbahn der Welt gehörten. Später kamen Industrie und der Botanische Garten hinzu.

Lichterfelde im Überblick

Bezirk
Steglitz-Zehlendorf
Bezirk
Steglitz-Zehlendorf (seit der Fusion am 1. Januar 2001; bis dahin Bezirk Steglitz)
Erstmals genannt
1289, als ein „Arnoldus de Lichterfeld“ urkundlich auftaucht; das Dorf selbst ist wohl zwischen 1230 und 1260 entstanden
Zu Berlin seit
1920 (Groß-Berlin, damals Teil des neuen Bezirks Steglitz)
Name
Wahrscheinlich vom westflämischen „lichtervelde“, mitgebracht von Siedlern aus Flandern
Frühere Selbständigkeit
Groß-Lichterfelde war bis 1920 eigene Gemeinde im Kreis Teltow
Fläche
rund 1.822 Hektar (Angabe des Bezirksamts)
Firmen (IHK-Zählung)
1.354

Name und Anfänge: ein Dorf an der Handelsstraße

Lichterfelde liegt im Südwesten Berlins, dort, wo die Hochfläche des Teltow in die feuchte Niederung der Bäke übergeht. Das Dorf entstand nach Angaben des Bezirksamts Steglitz-Zehlendorf wahrscheinlich zwischen 1230 und 1260, als die Markgrafen von Brandenburg ihr Land besiedeln ließen.

Es lag nahe an einer wichtigen Handelsstraße zwischen Berlin und Leipzig, die später Berliner Straße hieß und seit 1960 Ostpreußendamm genannt wird. Für die Gründung kamen offenbar Siedler aus Flandern, die in dieser Zeit in vielen Gegenden östlich der Elbe ihr Glück suchten.

Darauf deutet auch der Name. Er wird vom westflämischen „lichtervelde“ hergeleitet, einem Ortsnamen aus der alten Heimat der Siedler. Sicher belegt ist diese Deutung allerdings nicht, sie gilt in der Fachliteratur als wahrscheinlich.

Schriftlich taucht der Ort erstmals 1289 auf, als ein Mann namens Arnoldus de Lichterfeld in einer Urkunde genannt wird. 1316 ist dann ausdrücklich vom Dorf Lichtervelde die Rede. Das Landbuch Kaiser Karls IV. verzeichnete 1375 insgesamt 39 Hufen (so hießen die bäuerlichen Wirtschaftseinheiten), im Jahr 1450 waren es 52.

Aus dieser Zeit stammt auch das älteste Bauwerk des Ortes. Die Dorfkirche aus Feldstein geht auf das 14. Jahrhundert zurück. Sie wurde nach der Wikipedia im Dreißigjährigen Krieg schwer beschädigt und danach mehrmals erneuert und vergrößert. Daneben bestand nur ein kleiner Kreis von Gehöften, zu denen im 16.

Jahrhundert ein Wohnhof der Familie von Britzke und eine Windmühle zählten. Noch zu Beginn des 19. Jahrhunderts, so beschreibt es das Bezirksamt, bestanden Lichterfelde und das Nachbardorf Giesensdorf nur aus wenigen Höfen.

Giesensdorf, Gutshaus und die ersten Eisenbahnen

Östlich und südlich des Dorfes lag Giesensdorf, ein zweites Dorf mit eigener Kirche und eigenem Gutsbezirk. Giesensdorf feierte 1999 sein 700-jähriges Bestehen. Beide Orte gehörten zu Rittergütern, die sich vor 1865 hoch verschuldet hatten. Das Gutshaus von Lichterfelde, das sogenannte Carstenn-Schlösschen, erhielt seine heutige Gestalt wahrscheinlich um 1780.

Es steht unter Denkmalschutz, ebenso der umgebende Schlosspark; ein 2,6 Hektar großer Teil davon ist als Naturschutzgebiet geschützt und gilt als Rest des ursprünglichen Bäketals.

Im 19. Jahrhundert änderte sich die Umgebung, noch bevor sich das Dorf selbst wandelte. Eisenbahnlinien durchschnitten die Felder. Heute queren die Anhalter Bahn und die Wannseebahn den Ortsteil, und beide Strecken wurden für die weitere Entwicklung wichtig, denn von hier aus war die Stadt schnell zu erreichen.

Das Land selbst blieb vorerst landwirtschaftlich genutzt. Dann kam ein Großkaufmann aus Hamburg mit einem Plan.