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Mariendorf: Firmen, Ämter, Hilfe und Geschichte

Wie Mariendorf entstanden ist und was seine Geschichte ausmacht.

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Geschichte von Mariendorf

Kurz gesagt

Mariendorf entstand im 13. Jahrhundert als Dorf des Templerordens südlich von Tempelhof und wird 1348 erstmals schriftlich genannt. Aus dem Bauerndorf wurde durch Chaussee, Teltowkanal, Gaswerk und Trabrennbahn ein Vorort, der 1920 zu Groß-Berlin kam.

Mariendorf im Überblick

Bezirk
Tempelhof-Schöneberg
Erstmals genannt
1348 als „Mergendorp“ (je nach Quelle auch 1373 oder 1375 angegeben)
Gründung
im 13. Jahrhundert durch den Templerorden, wohl um 1230
Zu Berlin seit
1. Oktober 1920 (Bezirk Tempelhof), seit 2001 Bezirk Tempelhof-Schöneberg
Name
Schreibweisen Mergendorp, Margendorpe, später Mariendorf; die Deutung ist in den Quellen nicht geklärt
Fläche
rund 9,3 Quadratkilometer
Firmen (IHK-Zählung)
3.779

Ein Dorf der Tempelritter

Mariendorf liegt auf der Hochfläche des Teltow, einer flachen Landschaft südlich der Spree, die im Mittelalter zur Mark Brandenburg gehörte. Wer wann hier die ersten Häuser baute, lässt sich nicht auf den Tag genau sagen, denn schriftliche Belege fehlen für die Gründungszeit.

Die Chronik des Bezirksamts hält ausdrücklich fest, dass die Entstehung von Marienfelde, Mariendorf und Lichtenrade wahrscheinlich im 13. Jahrhundert liegt, die ersten Urkunden aber erst aus dem 14. Jahrhundert stammen.

Sicher ist der Rahmen: Gegen Ende des 12. Jahrhunderts errichteten die Tempelritter, ein geistlicher Ritterorden, am Nordrand des Teltow ihre Komturei (Verwaltungssitz mit Gutshof) in Tempelhof. Zu diesem Besitz gehörten bald weitere Dörfer.

Mariendorf wird in der Literatur als Gründung der Templer um das Jahr 1230 beschrieben, angelegt als Tochtersiedlung des Tempelhofer Hofes. Dass der Ort ausdrücklich der Komturei Tempelhof unterstand, ist allerdings erst aus der späteren Zeit unter den Johannitern belegt und für die Templerzeit eine Vermutung.

Wie das Dorf aussah, wird unterschiedlich beschrieben. Das Bezirksamt spricht von einem Angerdorf (Dorf um einen langgestreckten, gemeinsam genutzten Platz), andere Darstellungen von einem breiten Straßendorf. Beide Beschreibungen meinen dieselbe Anlage: Höfe, die sich beiderseits einer ungewöhnlich breiten Dorfstraße aufreihten.

Der alte Dorfkern ist bis heute als Alt-Mariendorf erkennbar.

Auch der Name gibt Rätsel auf. Die älteste bekannte Form lautet „Mergendorp“ und steht in einer Urkunde vom 23. März 1348, in der ein Zeuge mit diesem Beinamen auftaucht. Im Landbuch Kaiser Karls IV. von 1375 heißt der Ort „Margendorpe“, später setzte sich Mariendorf durch.

Welche Bedeutung dem Namen ursprünglich zugrunde liegt, erklären die herangezogenen Quellen nicht, und eine Ableitung sollte deshalb nicht als gesichert gelten.

Johanniter, Cölln und Berlin

Der Templerorden wurde 1312 durch den Papst aufgehoben. Seine Besitzungen auf dem Teltow gingen 1318 an den Johanniterorden über, einen anderen geistlichen Ritterorden, der als Rechtsnachfolger eintrat.

Als Kaiser Karl IV. 1375 sein Landbuch der Mark Brandenburg anlegen ließ, ein Verzeichnis von Besitz und Abgaben, stand Mariendorf als Eigentum der Johanniter darin. Genannt werden gut fünfzig Hufen, also Ackerflächen; die Quellen sprechen von 48 oder von 52 Hufen, darunter einige für den Pfarrer.

1435 verkauften die Johanniter Tempelhof, Marienfelde und Mariendorf an die Doppelstadt Berlin-Cölln. Für die Bauern bedeutete das einen neuen Grundherrn, der von den Stadtbürgern und ihrem Rat gestellt wurde. 1590 verkaufte Berlin seinen Anteil an den Dörfern an Cölln.

Der Rat der Stadt Cölln trat dabei als Patron (Schirmherr) der Mariendorfer Kirche auf und stiftete dort 1626 einen Altar.

Das Ende dieser Ordnung kam erst im 19. Jahrhundert. Mit der Auflösung der alten Herrschaftsrechte, in Preußen durch Reformen seit 1807 und die Säkularisierung (Einziehung kirchlichen Besitzes) 1810, ging der Boden in Privatbesitz über.

Die Besitzverhältnisse am Dorf wechselten danach mehrfach, und das Dorf blieb, was es seit Jahrhunderten war: eine Ackerbausiedlung von wenigen hundert Menschen. Um 1800 zählte es nur rund 162 Einwohner.