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Tempelhof: Firmen, Ämter, Hilfe und Geschichte

Wie Tempelhof entstanden ist und was seine Geschichte ausmacht.

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Geschichte von Tempelhof

Kurz gesagt

Tempelhof entstand um 1200 als Dorf eines Ritterordens, der Templer, von denen der Name stammt. Im 20. Jahrhundert wurde das Exerzierfeld vor dem Dorf zum Flughafen, der in der Luftbrücke 1948/49 bekannt wurde. Seit 2010 ist das Flugfeld als Tempelhofer Feld ein offener Park.

Tempelhof im Überblick

Bezirk
Tempelhof-Schöneberg
Gründung
um 1200, als Dorf bei der Komturei (Ordenshof) der Templer
Erstmals genannt
je nach Quelle 1247 (unsicher) oder 1290 (mittelbar in einer Schenkungsurkunde)
Zu Berlin seit
1920, als Tempelhof ein eigener Bezirk von Groß-Berlin wurde
Name
vom Templerorden, der hier einen Hof (Komturei) unterhielt
Fläche
rund 12,2 km²
Besonderheit
Bis 2001 eigener Bezirk, seitdem Teil von Tempelhof-Schöneberg
Firmen (IHK-Zählung)
1.160

Name und Anfänge: Das Dorf der Templer

Der Name Tempelhof erklärt sich fast von selbst: Er erinnert an die Templer, einen mittelalterlichen Ritterorden, der um 1200 auf der Hochfläche des Teltow südlich von Berlin einen Wirtschaftshof anlegte. Im Mittelalter nannte man einen solchen Ordenshof Komturei (Verwaltungssitz eines Ordens, geleitet von einem Komtur).

Rund um diesen Hof entstand ein Straßenangerdorf, also ein Dorf, dessen Häuser sich um eine langgestreckte Dorfstraße mit einer Grünfläche in der Mitte reihen. Zum Besitz der Templer gehörten auch die Nachbardörfer Mariendorf und Marienfelde.

Wer den Orden ins Land holte, ist nicht geklärt; die Forschung diskutiert verschiedene Landesherren, ohne dass eine Urkunde Klarheit schafft.

Auch die Gründungszeit lässt sich nur eingrenzen. Die Angaben reichen je nach Quelle von etwa 1190 bis 1210. Als sicher gilt, dass die Siedlung spätestens im frühen 13. Jahrhundert bestand.

Für die Ersterwähnung gibt es zwei Lesarten: Das Bezirksamt und ein Berlin-Lexikon nennen das Jahr 1247, in dem ein „Magister Hermanus de Templo“ als Zeuge in einer Urkunde auftaucht. Ob dieser Mann wirklich zu Tempelhof gehörte, ist aber umstritten.

Sicherer ist das Jahr 1290, in dem der Ort in einer Schenkungsurkunde erwähnt wird, wenn auch nur beiläufig als Orientierungspunkt für eine Ziegelscheune „zwischen Tempelhof und Berlin“.

Die Kirche stand ursprünglich erhöht zwischen vier kleinen Seen. Zwei davon sind bis heute erhalten, der Klarensee im Alten Park und der Wilhelmsteich im Lehnepark.

Das rote Kreuz der Templer blieb lange das Zeichen des Ortes: Es war bis zur Bezirksfusion 2001 das Wappen Tempelhofs und steht heute neben dem Schöneberger Hirsch im Wappen des gemeinsamen Bezirks.

Von den Templern zu den Johannitern

Das wohl älteste Bauwerk des Ortes ist die Dorfkirche. Bei Grabungen fand man unter ihr die Reste eines Vorgängerbaus, den man auf die Zeit um 1200 datiert.

Die heutige Feldsteinkirche entstand der Kunstgeschichte zufolge um 1230 und wurde nach einem Brand, möglicherweise im Teltow-Krieg (1239 bis 1245, einem Streit der Markgrafen um die Hochfläche), um 1250 wiederhergerichtet. Diese Zeitangaben beruhen auf Stilvergleichen und nicht auf naturwissenschaftlichen Messungen. Sie war vermutlich zuerst die Kirche der Komturei.

Mit ihrer Grundfläche von 235 Quadratmetern gilt sie als flächenmäßig größte Dorfkirche Berlins.

Das Ende der Templer kam von außen: 1312 löste Papst Clemens V. den Orden auf, der in ganz Europa in Misskredit geraten war. In Brandenburg zog sich die Übergabe hin. Erst durch den Vertrag von Kremmen vom 29.

Januar 1318 gingen die Güter gegen eine Zahlung von 1.250 Mark an die Johanniter, einen anderen Ritterorden. Seit 1344 ist ein johannitischer Komtur in Tempelhof belegt, und das Dorf blieb gut ein Jahrhundert in der Hand dieses Ordens.

Dann wechselten die Verhältnisse rasch. 1435 verkauften die Johanniter ihre Dörfer auf dem Teltow an die Doppelstadt Berlin-Cölln. In der Überlieferung ist von einer „Tempelhofer Fehde“ die Rede, einem Streit um den Verkauf, dessen Einzelheiten jedoch nur als Erzählung überliefert sind.

Der Ordenshof ging an einzelne Bürger über und wurde später zu einem Rittergut zusammengefasst.