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Britz: Firmen, Ämter, Hilfe und Geschichte

Vom Birkendorf der Ritter von Britzke über Schloss, Gutshof und Brennerei zur Siedlung der Moderne und zum Ortsteil mit Gartenschau-Park, Kleingärten und U-Bahn.

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Geschichte von Britz

Kurz gesagt

Britz war über Jahrhunderte ein Rittergut der Familie von Britzke und später preußischer Minister, bevor es am 1. Oktober 1920 zu Groß-Berlin kam. Auf den Gutsfeldern entstand ab 1925 die Hufeisensiedlung von Bruno Taut, seit 2008 UNESCO-Welterbe. 1985 machte die Bundesgartenschau aus Ackerland den Britzer Garten.

Britz im Überblick

Bezirk
Neukölln
Fläche
12,4 km²
Erstmals genannt
1305 (Quellen nennen auch 1237 und 1273)
Zu Berlin seit
1. Oktober 1920
Bezirk
Neukölln
Einwohner
43.895 (31. Dezember 2025)
Gewässer
Teltowkanal mit Häfen Britz-West und Britz-Ost
Welterbe
Hufeisensiedlung (seit 2008)
Firmen (IHK-Zählung)
651

Name und Anfänge: ein Dorf der Ritter von Britzke

Zwischen Buschkrugallee und Teltowkanal liegt ein Dorfkern, den man in der Großstadt nicht erwartet: Kirche, Gutshof, Schloss und ein Park mit alten Linden. Hier begann Britz, nach Angaben der Straßen-Datenbank Kauperts schon Ende des 12. Jahrhunderts, noch bevor die brandenburgischen Markgrafen das Gebiet vom Teltow übernahmen.

Der Name soll aus dem Slawischen stammen: „breza“ heißt Birke, Britz wäre also ein Birkenort. Die Gründer des Dorfes nannten sich nach ihrer Burg „von Britzke“. 1261 erscheint ein Henricus de Breches als Besitzer, im Landbuch Kaiser Karls IV. steht das Dorf als „Briczik“.

Wann Britz zum ersten Mal in einer Urkunde steht, geben die Quellen unterschiedlich an. Der Wikipedia-Artikel zum Ortsteil nennt 1305, das Bezirksamt 1304. Der Artikel zum Schloss geht von 1237 aus. Sicher ist: Seit dem 13. Jahrhundert hatte die Familie von Britzke das Rittergut als Lehen, also vom Landesherrn verliehen.

Die Dorfkirche entstand um 1300 als Feldsteinbau mit quadratischem Chor. Eine Glocke von 1268 hing bis zum Zweiten Weltkrieg im Turm. Das Dorf blieb klein: 1734 zählte man 181 Einwohner. Doch das Gut, das neben der Kirche lag, sollte bald in sehr hohe Kreise gelangen.

Langsam wuchs das Dorf: 1772 zählte es 248 Einwohner, 1817 waren es 324. Seit 1801 rechnete man das Gasthaus Buschkrug an der Straße nach Rixdorf mit. Sein Name lebt im Park am Buschkrug fort, der heute über dem Tunnel der Stadtautobahn liegt.

Das Gut der Minister: vom Fachwerkhaus zum Schloss

1699 verkaufte die verwitwete Katharina von Britzke das Anwesen an den Kurfürsten. Der Dreißigjährige Krieg und wiederholte Erbteilungen hatten die Familie geschwächt. Vom König erwarb es der Kammerpräsident Samuel von Chwalkowski für 30.000 Taler. Er starb 1705, sein Schwiegersohn vollendete den neuen Steinbau anstelle des alten Fachwerkhauses.

1717 erklärte der König das Gut unter Friedrich Wilhelm Graf von Schwerin zum Allodialgut, also zu freiem Eigentum, das nicht mehr als Lehen vom Landesherrn abhing. Damit konnte der Besitzer es verkaufen und vererben wie jedes andere Vermögen, und genau das geschah in rascher Folge.

Nun folgten Männer aus der Regierung. Von 1719 bis 1728 gehörte Britz dem Staatsminister Heinrich Rüdiger von Ilgen, der die Außenpolitik unter Friedrich Wilhelm I. führte. 1713 erhielt die Kirche einen Fachwerkturm mit spitzem Helm, 1720 den barocken Kanzelaltar, der heute noch steht.

Von 1763 bis 1791 besaß Ewald Friedrich von Hertzberg das Gut, Minister Friedrichs II. Unter ihm galt Britz laut Kauperts als landwirtschaftliche Musterwirtschaft. Der Maler Bernhard Rode schmückte die Räume des Hauses mit Wand- und Deckengemälden.

Hertzberg ließ 1766 an der Kirche eine Grabkapelle für seine Familie anlegen, die heutige Sakristei. Hinter dem Haus wuchs ein barocker Nutz- und Lustgarten nach holländischem Vorbild. Seine Lindenallee steht noch. Mit dem 19. Jahrhundert kamen Besitzer, die mit dem Gut Geld verdienen wollten.