Suche auf regio.link
Symbolbild (KI-generiert)

Reinickendorf: Firmen, Ämter, Hilfe und Geschichte

Wie Reinickendorf entstanden ist und was seine Geschichte ausmacht.

Firmen in Reinickendorf

Firmen mit eigenem Profil – mit Telefon, Öffnungszeiten und Anfahrt. Firmen mit Plus zuerst.

Branchen, Ämter und Hilfe in Reinickendorf

Alle Firmen im Bezirk Reinickendorf ansehen

Geschichte von Reinickendorf

Kurz gesagt

Reinickendorf entstand um 1230 als Angerdorf nördlich von Berlin und wurde 1345 erstmals erwähnt. Aus dem Bauerndorf, das lange der Stadt Berlin gehörte, wurde im späten 19. Jahrhundert ein dicht bebauter Industrieort an der Bahn. 1920 kam es zu Groß-Berlin und gab dem Bezirk seinen Namen; zu seinen Bauten zählt die Weiße Stadt (Welterbe).

Reinickendorf im Überblick

Bezirk
Reinickendorf
Gegründet
um 1230 als Angerdorf (Dorf um einen länglichen Dorfplatz)
Erstmals genannt
1345 (eine Quelle nennt 1344)
Zu Berlin seit
1920 (Groß-Berlin-Gesetz); der Ortsteil gibt dem Bezirk seinen Namen
Name
vermutlich nach einem Siedelführer Reginhard, niederdeutsch Reinicke
Fläche
rund 10,5 km²
Welterbe
Weiße Stadt, seit 2008 Teil der „Siedlungen der Berliner Moderne“
Firmen (IHK-Zählung)
1.327

Name und Gründung des Dorfes

Reinickendorf liegt nördlich der mittelalterlichen Doppelstadt Berlin-Cölln zwischen dem Wedding im Süden sowie Wittenau (dem früheren Dalldorf) und Tegel im Norden und Westen.

Wer die Geschichte des Ortsteils verstehen will, muss sich zunächst ein märkisches Bauerndorf vorstellen, das über Jahrhunderte vor allem von Landwirtschaft lebte und erst im Zeitalter der Eisenbahn zu einem dicht bebauten Industrie- und Wohnort am Rand Berlins wurde.

Der Ortsname geht nach der gängigen Deutung auf einen Mann namens Reginhard zurück, der als Lokator (Siedelführer, der im Auftrag des Landesherrn Bauern anwarb und das Dorf anlegte) tätig gewesen sein dürfte. Die Kurzform Reinhard lautet auf Niederdeutsch Reinicke, aus „Reinickes Dorf“ wurde im Laufe der Zeit Reinickendorf.

Als Gründungszeit wird in der Literatur um das Jahr 1230 genannt, also die Zeit der deutschen Ostsiedlung in der Mark Brandenburg. Eine Gründungsurkunde ist nicht bekannt, die Jahreszahl ist deshalb eine ungefähre Angabe. Angelegt wurde Reinickendorf als Angerdorf.

Darunter versteht man ein Dorf, dessen Häuser und Höfe sich um einen lang gestreckten, breiten Platz in der Mitte gruppieren; auf diesem Anger stand die Kirche. Die zentrale Straße hieß bis etwa 1889 schlicht Dorfstraße, danach Hauptstraße, und erst seit dem 31. Juli 1952 trägt sie den Namen Alt-Reinickendorf.

Mittelalter: Ein Dorf im Besitz der Stadt Berlin

Schriftlich greifbar wird das Dorf erst spät. Die erste Erwähnung wird meist mit dem Jahr 1345 angegeben, in der Form „Renekendorf“; einzelne Verzeichnisse nennen das Jahr 1344.

Ausführlichere Angaben liefern erst die Jahrzehnte danach: Das Landbuch Kaiser Karls IV. führt den Ort 1375 in seinem Ortsverzeichnis auf, und 1397 sind die Verhältnisse genauer beschrieben.

Damals umfasste die Feldmark 40 Hufen (eine Hufe war die Ackerfläche, die eine Bauernfamilie bewirtschaften konnte), dazu gehörten Pfarr- und Schulzenhufen, ein Krug und mehrere Kossäten, also Kleinbauern ohne vollen Hof.

Herr über das Dorf war nicht ein Adelsgeschlecht, sondern die Stadt Berlin. Nach den Angaben des Straßenverzeichnisses der Berliner Kauperts-Reihe gehörte das Dorf der Stadt seit 1397, nach der Wikipedia schon vor 1391.

Mitten auf dem Anger stand schon im späten Mittelalter eine Kirche, deren erste Fassung vermutlich aus Holz oder Fachwerk bestand. Der heutige, spätmittelalterliche Feldsteinbau, die Dorfkirche Alt-Reinickendorf, wurde nach der Datierung des Dachwerks wohl 1488 abgeschlossen; die erhaltene Bronzeglocke trägt die Jahreszahl 1491.

Der Westturm wurde 1713 vor die Kirche gesetzt. Ein Altaraufsatz stammt aus der Zeit um 1520.