Suche auf regio.link
Symbolbild (KI-generiert)

Gesundbrunnen: Firmen, Ämter, Hilfe und Geschichte

Wie Gesundbrunnen entstanden ist und was seine Geschichte ausmacht.

Firmen in Gesundbrunnen

Firmen mit eigenem Profil – mit Telefon, Öffnungszeiten und Anfahrt. Firmen mit Plus zuerst.

Branchen, Ämter und Hilfe in Gesundbrunnen

Alle Firmen im Bezirk Mitte ansehen

Geschichte von Gesundbrunnen

Kurz gesagt

Gesundbrunnen verdankt seinen Namen einer eisenhaltigen Quelle, aus der Mitte des 18. Jahrhunderts ein Heilbad wurde. Nach der Eingemeindung 1861 wuchs der Ort zum Arbeiterviertel mit großen Fabriken der AEG und mit einem Bahnhof, an dem sich mehrere Strecken treffen. Der Volkspark Humboldthain mit dem Flakturm gehört bis heute zum Bild des Ortsteils.

Gesundbrunnen im Überblick

Bezirk
Mitte
Name
nach einer eisenhaltigen Heilquelle („gesunder Brunnen“), erstmals um 1748 erwähnt
Heilbad
„Friedrichs-Gesundbrunnen“ ab etwa 1760, später „Luisenbad“
Zu Berlin seit
1861 (gemeinsam mit Wedding); ab 1920 im Bezirk Wedding
Ortsteil im Bezirk Mitte
seit der Bezirksreform 2001
Fläche
etwa 6,1 km²
Firmen (IHK-Zählung)
1.600

Name und Heilquelle

Wer heute durch die Badstraße geht, ahnt kaum, dass dieser Ortsteil seinen Namen einer Quelle verdankt. Gemeint ist ein eisenhaltiges Wasser, das nördlich der damaligen Stadtgrenze aus dem sumpfigen Gelände an der Panke trat. Der Name „Gesundbrunnen“ bedeutet schlicht „gesunder Brunnen“ und beschreibt, was man sich von dem Wasser versprach.

Die Badstraße trägt ihren Namen nach dem Bad, das hier entstand. Das Bezirksamt Mitte nennt das Jahr 1748 für die erste Erwähnung der Quelle. Eine bekannte Anekdote, ein König sei bei der Jagd auf sie gestoßen, ist dagegen nicht belegt.

Der Berliner Hofapotheker Wilhelm Behm, in manchen Darstellungen als Arzt bezeichnet, erkannte das Geschäft. Der Chemiker Andreas Sigismund Marggraf hatte das Wasser schon 1751 untersucht und ihm Heilkraft bescheinigt.

Behm, der nach den Quellen um 1757 darauf aufmerksam wurde, sicherte sich ein königliches Privileg (eine Sonderberechtigung) für eine Heil- und Badeanstalt. Ab 1758 entstanden ein sechseckiges Brunnenhaus und ein Garten, um 1760 nahm die Anlage den Betrieb auf. Behm taufte sie zu Ehren des Königs „Friedrichs-Gesundbrunnen“.

Das Wasser wurde zudem in Berliner Apotheken verkauft. Der Knick im Verlauf der Badstraße geht nach einer Darstellung auf Behms Bebauungspläne zurück.

Friedrich II. unterstützte das Vorhaben, ohne es mit großen Summen zu fördern. Er knüpfte weitere Hilfe an die Bedingung, dass die Berliner das Bad annehmen. Für die Gegend war es trotzdem ein Anfang: Rund um die Quelle entstand eine kleine Ansiedlung, und das Gelände wurde zum Ziel für Sonntagsausflüge.

Wie klein der Ort noch war, zeigt eine Zahl für das Jahr 1805: Damals lebten in Gesundbrunnen nach den überlieferten Angaben 105 Menschen in 23 Haushalten.

Vom Vorwerk zum Ausflugsziel

Die Umgebung der Quelle war lange ländlich. Ein Dorf namens Weddinge wird 1251 erstmals urkundlich genannt, verschwindet aber später wieder aus den Quellen.

Um 1600 ist ein Vorwerk Wedding belegt, ein landwirtschaftlicher Hof, den im Jahr 1601 Hieronymus Graf Schlick mit rund 50 Acker- und Wiesenstücken für eine „böhmische Meierei“ erwarb. Straßennamen wie Ackerstraße und Gartenstraße erinnern bis heute daran, dass auf dem Gebiet des späteren Brunnenviertels bis ins 19.

Jahrhundert Landwirtschaft betrieben wurde.

An der Panke arbeitete schon früh eine Mühle. Auf einer Insel des aufgestauten Flusses entstand 1709 eine Walkmühle (eine Mühle, in der Tuche bearbeitet werden), und das Müllerhaus nutzte das nahe Quellwasser als Trinkwasser.

Mühle und Quelle gehörten damit zu den ersten Anknüpfungspunkten für eine Besiedlung, die auch nach 1760 nur langsam vorankam.

Auf Behm folgte ein unruhiges Vierteljahrhundert. Er starb 1780, seine Erben verkauften, und Quelle und Grundstücke wechselten mehrfach den Besitzer, was dem Bad schadete. Die Wende brachte um 1808 der Buchhändler und Apotheker Christian Gottfried Flittner. Er erwarb die Anlage und nannte sie „Luisenbad“, nach Königin Luise.

Ob die Königin den Ort tatsächlich besuchte, ist unterschiedlich überliefert; belegt ist die Namensgebung mit ihrer Zustimmung. Über dem Brunnen stand nun ein tempelartiges Häuschen mit der lateinischen Inschrift „In fonte salus“, auf Deutsch „Im Quell liegt Heil“.