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Fennpfuhl: Firmen, Ämter, Hilfe und Geschichte

Von zwei stillen Eiszeitgewässern am Rand der Lichtenberger Feldmark über Gärtnereien, Eiswerke und Ausflugslokale zur Plattenbausiedlung der 1970er Jahre und zum eigenen Ortsteil mit Park, Hochhäusern und mehr als 34.000 Einwohnern.

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Geschichte von Fennpfuhl

Kurz gesagt

Fennpfuhl ist der jüngste Ortsteil Lichtenbergs und zugleich einer der dichtesten Wohnorte Berlins. Zwischen 1972 und 1986 entstand hier auf Gartenland und Brache die erste zusammenhängende Plattenbau-Großsiedlung der DDR mit 15.518 Wohnungen. Ihren Namen trägt sie nach einem eiszeitlichen Pfuhl, um den heute ein Park liegt.

Fennpfuhl im Überblick

Bezirk
Lichtenberg
Fläche
2,12 km²
Gehörte zu
Dorf und Stadt Lichtenberg (erstmals genannt 24. Mai 1288)
Zu Berlin seit
1. Oktober 1920 (als Teil Lichtenbergs)
Grundsteinlegung Großsiedlung
2. Dezember 1972
Eigener Ortsteil seit
2001
Bezirk
Lichtenberg
Einwohner
34.639 (31. Dezember 2025)
Firmen (IHK-Zählung)
312

Name und Anfänge: zwei Pfuhle in der Feldmark

Wer heute über die Fennpfuhlbrücke geht, steht über einem Gewässer, das älter ist als jede Siedlung in Berlin. Ein Pfuhl ist ein kleiner, stehender Tümpel ohne Zu- und Abfluss, wie ihn die letzte Eiszeit in der flachen Landschaft zurückließ. Das Bezirksamt schätzt das Alter der Pfuhle auf rund 20.000 Jahre.

Bis in die 1970er Jahre lagen Fennpfuhl und Langpfuhl getrennt nebeneinander. Sie gaben erst dem Wohngebiet und 2001 dem Ortsteil ihren Namen. Das Land ringsum gehörte über Jahrhunderte zur Feldmark des Dorfes Lichtenberg, also zu den Äckern und Wiesen vor dem Dorf.

Lichtenberg entstand um 1230, als deutsche Siedler den Barnim besiedelten. Es war ein Angerdorf, dessen Höfe sich um einen länglichen Dorfplatz reihten. Eine Urkunde vom 24. Mai 1288 nennt den Ort zum ersten Mal, in einem Grenzvertrag zwischen Stralau und Rosenfelde.

Im Jahr 1391 kaufte die Stadt Berlin das Dorf. Damit wurde Lichtenberg ein Kämmereidorf, das der Berliner Stadtkasse gehörte und seine Abgaben dorthin zahlte. Der Dreißigjährige Krieg traf den Ort schwer, das Vorwerk lag weitgehend in Trümmern.

Das Rittergut ging 1783 in Erbpacht und kam später an den Staatskanzler Karl August von Hardenberg. Die Pfuhle im Norden der Feldmark blieben lange Hinterland, in dem Gärtner, Eishändler und Wirte ihr Auskommen suchten.

Gärtner, Eiswerke und Ausflugslokale

Wasser war in dieser Gegend lange ein Rohstoff. Schon im 18. Jahrhundert betrieb die Familie Schultz am Fennpfuhl eine Gärtnerei mit Gewächshäusern. Am Langpfuhl schnitt man bis ins frühe 20. Jahrhundert Natureis, und Louis Dittmar lieferte mit seinen Eiswerken Lichtenberg die Blöcke an Brauereien.

Auch die wachsende Stadt griff nach der Feldmark. Am 30. März 1878 trat Lichtenberg 132 Hektar Land an Berlin ab, damit dort der Zentralviehhof entstehen konnte. Von 1893 an fuhr eine Straßenbahn durch das Gebiet hinaus zur Anstalt Herzberge.

Gemeindevorsteher war ab 1892 Leo Roeder, dessen Familie seit 1856 im Ort lebte. Der Roederplatz trägt noch heute ihren Namen. Um die Jahrhundertwende entdeckten die Berliner das Ufer als Ausflugsziel, und zwischen 1891 und etwa 1905 bewirteten drei Gastwirte ihre Gäste am Fennpfuhl.

Im Jahr 1901 eröffnete die Seeterrasse, ein Vergnügungsort mit Holztribüne, Podesten und Aussichtsturm, der laut Wikipedia Platz für rund 25.000 Besucher bot. Im selben Jahr öffnete Mentes Volksgarten an der Roederstraße. Lichtenberg wuchs zur Industriestadt und erhielt zum 1. April 1908 das Stadtrecht.

Zwei Jahre später zählte die Stadt 55.391 Einwohner. Der Gärtnereibesitzer Schultz ließ sich 1905 bis 1906 eine Villa bauen, die heute am Anton-Saefkow-Platz steht und laut Wikipedia das älteste Gebäude des Ortsteils ist. Nach 1905 übernahm die Holzfirma Gebrüder Köpp das Gelände.