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Alt-Hohenschönhausen: Firmen, Ämter, Hilfe und Geschichte

Vom Feldsteinchor der Dorfkirche über Gutshaus, Villenkolonie und Sperrgebiet der Staatssicherheit bis zum Ortsteil mit Plattenbauten, Seen und Sportforum.

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Geschichte von Alt-Hohenschönhausen

Kurz gesagt

Alt-Hohenschönhausen entstand im 13. Jahrhundert als Straßendorf auf dem Barnim und blieb lange ein Gutsdorf der Familie von Röbel. Um 1900 wuchsen Villenkolonien an Obersee und Orankesee, am 1. Oktober 1920 kam der Ort zu Groß-Berlin. In der DDR lag hier das Untersuchungsgefängnis der Staatssicherheit, heute eine Gedenkstätte.

Alt-Hohenschönhausen im Überblick

Bezirk
Lichtenberg
Fläche
9,33 km²
Erstmals genannt
1352 (Pfarrer Heinrich Billerbeck)
Zu Berlin seit
1. Oktober 1920
Bezirk
Lichtenberg (seit 2001)
Einwohner
53.845 (31. Dezember 2025)
Gewässer
Obersee und Orankesee
Name Alt-Hohenschönhausen
seit 2002
Firmen (IHK-Zählung)
560

Name und Anfänge: ein Straßendorf auf dem Barnim

Wer heute die Hauptstraße entlanggeht, ahnt kaum, dass sie einmal ein Dorfanger war. Alt-Hohenschönhausen liegt im Nordosten Berlins auf der Hochfläche des Barnim. Die frühesten Funde stammen aus der Bronzezeit, und im ersten Jahrtausend lebten hier slawische Stämme, vor allem Sprewanen und Heveller.

Deutsche Siedler kamen in der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts, als die Markgrafen das Land östlich der Spree erschlossen. Sie legten ein Straßendorf an, also eine Reihe von Höfen beiderseits eines Weges. Das Bezirksamt weist darauf hin, dass spätere Straßenverbreiterungen diese Form heute nur noch schwer erkennen lassen.

Der Name erzählt von den Siedlern. Sie kamen vermutlich aus der Gegend von Schönhausen in der Altmark. „Schön“ kann „klar“ oder „hell“ bedeuten, „-hausen“ geht auf das sächsische Wort „Hus“ für Haus zurück. Den Zusatz „Hohen-“ erhielt das Dorf im 14. Jahrhundert zur Unterscheidung vom tiefer gelegenen Niederschönhausen.

Als Mittelpunkt des Dorfes entstand früh eine Kirche. Ihr Chor aus Granitquadern wird um 1230 datiert und gilt als ältester erhaltener Bauteil des Ortes. Diese Kirche heißt seit 1905 Taborkirche, im Volksmund blieb sie die Dorfkirche. Von ihr aus lässt sich die weitere Geschichte des Dorfes gut erzählen.

Mittelalter: Pfarrer, Ritter und ein falscher Markgraf

Die erste sichere Nachricht aus dem Dorf verdankt sich einem Betrug. 1352 entlarvte der Pfarrer Heinrich Billerbeck einen Mann, der sich als der längst verstorbene Markgraf Waldemar ausgab. Eine Nennung eines „Conradus de Schonehusen“ von 1284 ist dagegen unsicher. So beginnt die belegte Geschichte mit einem Pfarrer, der genau hinsah.

Das Land gehörte adligen Familien. 1356 wird die Familie von Rochow genannt, 1448 ging ihr Anteil an Paschen Donewitz. Zwei Jahre später bestand ein Rittergut im Besitz von Hans Glienicke. Ein Rittergut war ein adliger Hof mit eigenem Land, dessen Besitzer Abgaben und Dienste von den Bauern verlangen durfte.

1480 kam das Gut an die Familie von Röbel, und mit ihr begann eine lange Herrschaft. Die Röbels erhielten auch das Patronat über die Kirche: das Recht, den Pfarrer vorzuschlagen, und die Pflicht, für den Bau zu sorgen. Um 1450 war der zweischiffige Betsaal entstanden, um 1470 der Fachwerkturm.

Die Röbels bauten ihren Hof zum Herrschaftssitz aus. Daraus wuchs das Gutshaus, das heute Schloss Hohenschönhausen heißt. Spuren der Familie finden sich noch in der Kirche: eine Taufschale von 1671 mit ihrem Wappen und ein Epitaph für Hans Christoph von Röbel. Dann aber kam der Krieg.