Suche auf regio.link
Symbolbild (KI-generiert)

Lichtenberg: Firmen, Ämter, Hilfe und Geschichte

Vom Angerdorf mit Feldsteinkirche über die Industriestadt vor den Toren Berlins bis zum Ortsteil, in dem die Geschichte der DDR-Staatssicherheit aufgearbeitet wird.

Firmen in Lichtenberg

Firmen mit eigenem Profil – mit Telefon, Öffnungszeiten und Anfahrt. Firmen mit Plus zuerst.

Branchen, Ämter und Hilfe in Lichtenberg

Alle Firmen im Bezirk Lichtenberg ansehen

Geschichte von Lichtenberg

Kurz gesagt

Lichtenberg entstand um 1230 als Angerdorf auf dem Barnim und wurde am 24. Mai 1288 erstmals urkundlich genannt. Aus dem Dorf wurde 1908 eine Stadt mit 71.000 Einwohnern, die am 1. Oktober 1920 in Groß-Berlin aufging. In der DDR saß hier die Zentrale der Staatssicherheit, heute ein Lern- und Gedenkort.

Lichtenberg im Überblick

Bezirk
Lichtenberg
Fläche
7,22 km²
Erstmals genannt
24. Mai 1288
Stadtrecht
1. April 1908
Zu Berlin seit
1. Oktober 1920
Bezirk
Lichtenberg
Einwohner
45.253 (31. Dezember 2025)
Lage
zwischen Landsberger Allee, Rhinstraße und Ringbahn
Firmen (IHK-Zählung)
686

Name und Anfänge: ein Angerdorf auf dem Barnim

Wer heute am Loeperplatz steht, befindet sich mitten auf dem alten Dorfanger. Hier entstand um 1230 ein Angerdorf, als deutsche Siedler den Barnim, die Hochfläche nördlich der Spree, urbar machten. Ein Anger ist die langgestreckte Dorfwiese, um die sich die Höfe reihten.

Schriftlich taucht der Ort am 24. Mai 1288 zum ersten Mal auf, in einem Grenzvertrag zwischen Stralau und Rosenfelde, dem heutigen Friedrichsfelde. Schon in der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts bauten die Bewohner ihre Dorfkirche aus Feldsteinen. Ihre Grundmauern sind am Loeperplatz noch zu sehen.

Im 14. Jahrhundert gehörte der Großteil des Dorfes der Familie von Rüthenick, an die heute die Rutnikstraße erinnert. Das Landbuch Kaiser Karls IV. verzeichnete 1375 hier 44 Hufen, also Bauernstellen, und einen Krug, das Dorfgasthaus mit Schankrecht.

Den entscheidenden Schritt tat die Stadt Berlin: 1391 kaufte sie das Dorf. Lichtenberg wurde damit Kämmereidorf, ein Dorf im Besitz der Stadtkasse, mit eigenem Gericht und einem Vorwerk, also einem Gutshof. Diese Bindung an Berlin sollte Jahrhunderte halten.

Bauern, Kossäten und Krieg: das Dorf bis 1750

Lichtenberg wuchs langsam. 1527 umfasste die Gemarkung 60 Hufen, rund 4,6 Quadratkilometer. Um 1620 bekam das Dorf eine Schmiede, und 1624 zählte man 219 Einwohner: 17 Hufner, also Vollbauern, und 13 Kossäten, Kleinbauern mit wenig Land, die oft als Tagelöhner arbeiteten.

Dann kam der Dreißigjährige Krieg und traf das Dorf hart. Das Vorwerk wurde vollständig zerstört. Als der Landreiter Ulrich Gärtner 1652 dem Großen Kurfürsten Bericht erstattete, fand er nur noch neun Hufner und neun Kossäten vor. Erst 1688, nach dem Wiederaufbau, ließ sich das Gut wieder verpachten.

Die Erholung dauerte Generationen. 1696 gab es zwölf Vollbauern, ab 1744 vierzehn, dazu elf Kossätenstellen. Um 1750 drehte sich eine Windmühle über den Feldern. Zu Berlin blieben die Beziehungen bis in die Mitte des 18. Jahrhunderts gering, obwohl die Stadt der Grundherr war.

Dann griff der preußische Staat ein. 1771 entstand auf Lichtenberger Gemarkung die Kolonie Friedrichsberg, und 1777 bauten die Dorfbewohner neben der Kirche eine Schule mit einer Stube für den Seidenbau. Die Mode der Seidenraupenzucht erreichte so auch den Dorfanger.