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Gropiusstadt: Firmen, Ämter, Hilfe und Geschichte

Von Äckern und einer alten Windmühle am Südrand Berlins über den Plan eines Bauhaus-Gründers und die Hochhäuser der 1960er Jahre bis zu einem Ortsteil mit rund 39.000 Einwohnern.

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Geschichte von Gropiusstadt

Kurz gesagt

Die Gropiusstadt entstand zwischen 1962 und 1975 als Großsiedlung auf den Feldern zwischen den alten Dörfern Britz, Buckow und Rudow. Walter Gropius hatte sie locker und niedrig geplant, nach dem Mauerbau wurde sie dicht und hoch gebaut. Seit 2002 ist sie ein eigener Ortsteil im Bezirk Neukölln.

Gropiusstadt im Überblick

Bezirk
Neukölln
Fläche
2,66 km²
Dörfer auf dem Gebiet
Buckow und Rudow (erstmals genannt 1373), Britz (1304)
Zu Berlin seit
1. Oktober 1920 (als Teil von Britz, Buckow und Rudow)
Grundsteinlegung
7. November 1962
Name Gropiusstadt seit
18. September 1972
Eigener Ortsteil seit
2002
Einwohner
39.521 (31. Dezember 2025)
Firmen (IHK-Zählung)
316

Vor der Siedlung: Felder zwischen drei Dörfern

Wo heute Hochhäuser stehen, lagen über Jahrhunderte Äcker. Das Gebiet gehörte zu den Feldmarken von Britz, Buckow und Rudow, drei Dörfern am Südrand des Teltow. Buckow und Rudow erscheinen 1373 zum ersten Mal in Urkunden, Britz schon 1304. Das Landbuch Kaiser Karls IV. verzeichnet Buckow 1375 mit 52½ Hufen Land.

Der Name Buckow stammt vermutlich aus dem Slawischen, von „buk“ für die Rotbuche. Spuren einer slawischen Siedlung fanden Archäologen dort allerdings nicht, und so nimmt man an, dass die deutschen Siedler nur den alten Flurnamen übernahmen. In Rudow dagegen deuten Funde auf eine Besiedlung um 1200 hin.

Die Dorfkirche von Buckow entstand Ende des 13. Jahrhunderts; ein hölzerner Sperrbalken in ihrem Westportal ließ sich auf das Jahr 1304 datieren. Das Dorf galt als wohlhabend, mit Windmühle, Dorfkrug und einer aufwendig gestalteten Kirche. Von 1806 bis 1810 hielten französische Truppen den Ort besetzt.

Ein Bauwerk aus dieser Zeit steht noch heute mitten in der Gropiusstadt: die Jungfernmühle. Der holländische Zimmermann Adrian den Ouden errichtete sie 1757 in Potsdam. Beim Bau wurde die Tochter des Müllers von den Flügeln erfasst und starb. Ihr Bild, in Eiche geschnitzt, hängt bis heute unter der Welle.

Im Jahr 1860 musste die Mühle in Potsdam einer Villa weichen und stand kurz auf den Rixdorfer Rollbergen. 1872 ließ Otto Wienecke sie nach Buckow bringen. Dort mahlte sie, zuletzt mit Strom, bis zum Frühjahr 1980 Korn und war laut Wikipedia die letzte Berliner Windmühle in wirtschaftlichem Betrieb.

1920 bis 1958: Groß-Berlin und ein neuer Plan

Mit dem Gesetz über Groß-Berlin kamen Britz, Buckow und Rudow am 1. Oktober 1920 zur Hauptstadt und bildeten mit dem früheren Rixdorf den Bezirk Neukölln. Buckow hatte bereits 1913 Anschluss an die Straßenbahn erhalten. Die Felder im Süden blieben zunächst, was sie waren.

Nicht weit entfernt entstand in Britz die Hufeisensiedlung von Bruno Taut, ein Vorbild des Siedlungsbaus der 1920er Jahre. Aus der Frage, wie man diese Siedlung erweitern könnte, wuchs nach dem Zweiten Weltkrieg die Idee einer ganz neuen Stadt auf den Feldern. West-Berlin brauchte dringend Wohnungen.

Mitte der 1950er Jahre begannen die Überlegungen für das Planungsgebiet „Berlin-Britz-Buckow-Rudow“, kurz BBR. Im Mai 1958 erwarb die Wohnungsbaugesellschaft GEHAG die ersten Grundstücke, und der zuständige Senator gab die Gesamtplanung frei. Ein Jahr später legte ein Aufschließungsplan Straßen, U-Bahn-Trasse, Geschäftszentren und Grünzüge fest.

Das Vorhaben war für West-Berlin ungewöhnlich groß. Die Stadt lag als Insel inmitten der DDR, viele Altbauten lagen noch in Trümmern oder waren überbelegt, und die Planer suchten nach Flächen, auf denen sich Tausende Wohnungen in einem Zug bauen ließen. Die Felder im Süden Neuköllns boten genau das.

Am Rand des Gebiets lag ein Stück alter Landschaft, das bleiben sollte: das Rudower Wäldchen, ein etwa 600 Meter langer Streifen Wald, 1872 angelegt und seit 1959 Landschaftsschutzgebiet. Für den Entwurf der neuen Stadt holte man nun einen Architekten von Weltrang nach Berlin.