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Rudow: Firmen, Ämter, Hilfe und Geschichte

Vom slawischen Flurnamen über ein Bauerndorf mit Jagdschloss, den Bahnhof von 1900 und die Jahrzehnte am Grenzstreifen bis zum Wohnort am Rand des Flughafens BER.

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Geschichte von Rudow

Kurz gesagt

Rudow ist der südlichste Ortsteil Neuköllns und wurde 1373 erstmals urkundlich erwähnt. Das Straßendorf auf dem Teltow blieb lange ländlich, kam 1920 zu Groß-Berlin und lag ab 1961 an drei Seiten an der Berliner Mauer. Heute leben hier mehr als 42.000 Menschen zwischen Dorfkirche, Teltowkanal und Flughafen.

Rudow im Überblick

Bezirk
Neukölln
Fläche
11,8 km²
Erstmals genannt
1373
Gutsbezirk eingegliedert
1. Januar 1906
Zu Berlin seit
1. Oktober 1920
Bezirk
Neukölln
Einwohner
42.944 (31. Dezember 2025)
Gewässer
Rudower Fließ, Teltowkanal
Firmen (IHK-Zählung)
538

Name und Anfänge: ein Dorf auf dem Teltow

Der Name Rudow ist älter als das Dorf. Das brandenburgische Namenbuch führt ihn auf die polabische Form Rudov zurück, die auf das urslawische Wort Ruda für rote Erde oder Eisenstein zurückgeht. Grabungsfunde aus der Zeit um 1200 deuten darauf hin, dass hier schon Slawen siedelten, bevor deutsche Bauern kamen.

Der Dorfkern liegt auf der Hochfläche des Teltow, nahe dem Rand zum Spree-Urstromtal. Das Rudower Fließ zieht in einer eiszeitlichen Rinne von Südwest nach Nordost durch die Gemarkung. Wasser, Wiesen und Ackerland lagen also nah beieinander, eine gute Lage für ein Dorf.

Erstmals urkundlich genannt wird Rudow 1373. Zwei Jahre später verzeichnete das Landbuch Kaiser Karls IV. einen Besitzstand von 64 Hufen, dem Ackermaß einer Bauernstelle. Pfarrer und Kirche hatten eigene, abgabenfreie Hufen. Dazu kamen Kossätenhöfe, also Kleinbauern mit wenig Land, ein Krug und eine Mühle.

Rudow war ein Straßendorf: Die Höfe reihten sich entlang einer Straße, die heute Alt-Rudow heißt. Die Wikipedia nennt es ein ungewöhnliches Straßendorf. Aus der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts stammt die Dorfkirche, ein Saalbau aus Feldsteinen mit spitzbogigem Westportal.

Der Besitz am Dorf war zersplittert, mehrere Herren teilten sich Abgaben und Rechte. Das änderte sich erst, als der Kurfürst und später der König selbst Interesse an Rudow fanden.

Adel, Amt und Jagdschloss

1613 kam Rudow an das Adelsgeschlecht von Pfuel, 1652 an das kurfürstliche Amt Köpenick. Ein Jahr später erhielt die Kirche einen hölzernen Dachturm mit welscher Haube, einer geschwungenen Turmhaube. 1671 ging ein Gutsvorwerk, ein Nebengut mit eigenen Wirtschaftsgebäuden, an Sigismund von Heydekamp.

Um 1680 entstand in Rudow ein Jagdschloss. Die Wikipedia nennt es eines der vornehmsten Lusthäuser des Königs. Reste des Gebäudes stecken noch im Haus Nummer 48 der Prierosser Straße. 1702 kaufte Friedrich I., seit 1701 König in Preußen, das Dorf zurück in königlichen Besitz.

Die Kirche wuchs mit. 1713 ersetzte ein Steinturm mit Schieferdach den hölzernen Aufsatz, 1720 kam eine Kanzel hinzu. 1732 und 1743 wurden Glocken aufgehängt. Die Glocke von 1732 läutet noch heute. 1804 bekam der Turm eine neue Spitze.

Das Dorf blieb klein und bäuerlich. Um 1800 entstand der Dorfkrug an der heutigen Adresse Alt-Rudow 59 bis 61, der noch steht. Von 1811 bis 1872 gehörte Rudow zum Amt Mühlenhof, einer Verwaltungseinheit für königliche Dörfer. Dann begann die Zeit, in der sich die Bauern reich bauten.