Suche auf regio.link
Symbolbild (KI-generiert)

Hansaviertel: Firmen, Ämter, Hilfe und Geschichte

Von den überschwemmten Schöneberger Wiesen über das Gründerzeitviertel der Kaufleute und Künstler zur Trümmerwüste von 1943 und zum Musterquartier der Moderne, das seit 1995 als Denkmal geschützt ist und heute zu den am dichtesten besiedelten Ortsteilen Berlins zählt.

Firmen in Hansaviertel

Firmen mit eigenem Profil – mit Telefon, Öffnungszeiten und Anfahrt. Firmen mit Plus zuerst.

Branchen, Ämter und Hilfe in Hansaviertel

Die häufigsten Branchen in Hansaviertel:

Unter „Ämter & Hilfe“ stehen für Hansaviertel außerdem:

Unter „Freizeit & Kultur“ stehen für Hansaviertel:

Unter „Einkaufen“ stehen für Hansaviertel:

Unter „Denkmale“ stehen für Hansaviertel:

Alle Firmen im Bezirk Mitte ansehen

Geschichte von Hansaviertel

Kurz gesagt

Das Hansaviertel entstand ab 1874 als bürgerliches Wohnviertel zwischen Spree und Tiergarten, benannt nach einer Hamburger Immobiliengesellschaft. Im November 1943 zerstörten Bomben fast alle Häuser. Mit der Internationalen Bauausstellung Interbau 1957 wurde es als Schaufenster der Nachkriegsmoderne neu gebaut und ist seit 2001 ein eigener Ortsteil im Bezirk Mitte.

Hansaviertel im Überblick

Bezirk
Mitte
Fläche
0,53 km²
Gründung
21. März 1874 (Königliche Order)
Zu Berlin seit
1861 (mit Moabit)
Bezirk
Mitte (eigener Ortsteil seit 1. Januar 2001)
Einwohner
6.120 (31. Dezember 2025)
Lage
Zwischen Spree, Schloss Bellevue und Großem Tiergarten
Denkmalschutz
seit 1995 (Interbau-Bauten und Gärten)
Firmen (IHK-Zählung)
92

Name und Anfänge: die Schöneberger Wiesen

Wo heute Hochhäuser zwischen Bäumen stehen, lag bis ins 18. Jahrhundert feuchtes Land, das die Spree regelmäßig überschwemmte. Die Berliner nannten es Schöneberger Wiesen, und 1762 verkaufte der Staat das Gelände an Bauern aus Schöneberg. Es blieb Weide und Wiese am Rand des Tiergartens, bis die Stadt heranrückte.

Berlin wuchs im 19. Jahrhundert mit großer Geschwindigkeit. Nach Angaben des Bürgervereins lebten 1824 etwa 220.000 Menschen in der Stadt, 1875 knapp eine Million. Laut Kauperts kam das Gebiet 1861 mit Moabit zu Berlin. Wer bauen wollte, suchte freie Flächen, und die Wiesen am Tiergarten lagen nah an der Mitte.

Den Anstoß gab eine Gesellschaft aus Hamburg. Die Berlin-Hamburger Immobiliengesellschaft „Hansa“, getragen vor allem von Hamburger Kaufleuten, legte einen Bebauungsplan vor. Eine Königliche Order vom 21. März 1874 bestätigte ihn. Dieser Tag gilt als Gründungsurkunde des Viertels.

Der Name erinnert an die Hanse, den Städtebund des Mittelalters, dem Berlin eine Zeit lang angehörte. Deshalb heißen die Straßen bis heute Altonaer Straße, Flensburger Straße oder Lübecker Straße. Der sternförmige Platz, an dem drei Hauptstraßen zusammenlaufen, bekam 1879 den Namen Hansaplatz.

Gründerzeit: ein Viertel für das Bürgertum

Die Order von 1874 schrieb vor, dass die Vorderhäuser nur ein Erdgeschoss und zwei Obergeschosse haben durften. Viele Bauherren hielten sich nicht daran. Trotzdem entstand kein Viertel der Mietskasernen, also der dicht bebauten Höfe mit dunklen Wohnungen, sondern eine Gegend mit Vorgärten und reich verzierten Fassaden.

Die Bebauung begann 1874 und 1875. In den 1890er Jahren war sie weitgehend abgeschlossen. Fabriken waren bis 1910 nicht erlaubt. Das Viertel sollte bewusst anders sein als das Arbeiterviertel Moabit jenseits der Spree. Erker, Türmchen, Giebel und Balkone prägten die Straßen, und im Tiefparterre öffneten Geschäfte.

Wie man damals wohnte, zeigt das Haus Klopstockstraße 22. Im Vorderhaus lagen zwei Wohnungen mit je neun Zimmern, die Salons zur Straße. Im Hinterhaus gab es kleinere Wohnungen mit fünf Zimmern, und je weiter hinten, desto einfacher der Komfort. Bekannte Architekten wie Alfred Messel und Ernst von Ihne bauten hier.

Mitten hindurch zog die Eisenbahn. Ab 1877 bauten Arbeiter den Viadukt der Stadtbahn, 1882 fuhren die ersten Züge. Die Bahn band das Viertel an die Innenstadt an, teilte es aber zugleich in eine nordöstliche und eine südwestliche Hälfte. Ab 1885 hielten die Züge an den Bahnhöfen Bellevue und Tiergarten.

Auch die Kirche kam. Am 21. Oktober 1895 weihte die evangelische Gemeinde die Kaiser-Friedrich-Gedächtniskirche, ein neugotisches Bauwerk von Johannes Vollmer mit 72 Meter hohem Turm und 800 Plätzen.

Um 1900 lebten knapp 18.000 Menschen im Hansaviertel. Unternehmer und Rentiers, also Menschen, die von ihrem Vermögen lebten, stellten je ein Fünftel der Einwohner. Die Gegend galt als Adresse anspruchsvoller Leute, und die Mieten waren entsprechend. Das sollte das Viertel für Jahrzehnte prägen.