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Charlottenburg: Firmen, Ämter, Hilfe und Geschichte

Wie Charlottenburg entstanden ist und was seine Geschichte ausmacht.

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Geschichte von Charlottenburg

Kurz gesagt

Charlottenburg wuchs um die Sommerresidenz, die Königin Sophie Charlotte seit 1695 beim Dorf Lietzow bauen ließ, und erhielt 1705 Stadtrecht und Namen. Es wurde Industrie- und Villenstadt, 1893 Großstadt und 1920 siebter Bezirk Groß-Berlins. Bekannt ist es für das Schloss, den Kurfürstendamm und die Technische Universität.

Charlottenburg im Überblick

Bezirk
Charlottenburg-Wilmersdorf
Erstmals genannt
1239 als Dorf Lietzow (in der Urkunde „Lucene“)
Stadtrecht
5. April 1705, mit der Namensgebung nach Königin Sophie Charlotte
Zu Berlin seit
1. Oktober 1920, als siebter Verwaltungsbezirk Groß-Berlins
Frühere Selbständigkeit
Stadt seit 1705, eigener Stadtkreis seit 1877
Name
Benannt nach Sophie Charlotte (1668 bis 1705), Königin in Preußen
Heute Teil von
Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf seit 2001, in heutigem Zuschnitt seit 2004
Einwohner
130.566 (Stand 31.12.2025)
Firmen (IHK-Zählung)
5.453

Name und Anfänge: das Dorf Lietzow

Charlottenburg ist heute ein Ortsteil im Westen der Berliner Innenstadt, doch seine Geschichte beginnt nicht mit einer Stadt, sondern mit einem kleinen Dorf. Es hieß Lietzow, in älteren Schreibungen auch Lützow, und taucht im Jahr 1239 erstmals in einer Urkunde auf, dort unter dem Namen „Lucene“.

Über Jahrhunderte blieb es ein unscheinbarer Ort der Mark Brandenburg. Eine eigene Pfarrei hatte es nicht: Bis 1708 betreuten die Pfarrer des benachbarten Wilmersdorf, das schon 1293 erstmals urkundlich genannt wird, auch die Lietzower.

Den Namen Charlottenburg gab es damals noch nicht. Er entstand erst 1705 und geht auf eine Frau zurück, nämlich Sophie Charlotte, die Gemahlin des brandenburgischen Kurfürsten Friedrich III. Dass aus dem Dorf Lietzow und dem Landgut daneben eine Stadt wurde, hängt unmittelbar mit ihr zusammen.

Ohne die Entscheidung des Hofes, hier eine Sommerresidenz (einen Wohnsitz für die warme Jahreszeit) anzulegen, wäre das Gebiet vermutlich noch lange ländlich geblieben.

Sophie Charlotte und das Schloss Lietzenburg

Sophie Charlotte, 1668 geboren und seit 1684 mit dem Kurprinzen Friedrich verheiratet, besaß zunächst ein Landgut in Caputh bei Potsdam.

Das lag ihr zu weit von Berlin entfernt. 1695 erhielt sie von ihrem Mann stattdessen das Dorf Lietzow samt Umgebung, und noch im selben Jahr begann dort der Bau eines Lustschlosses. Der erste Baumeister, Johann Arnold Nering, starb kurz nach Beginn der Arbeiten. Martin Grünberg führte das Vorhaben weiter.

Am 11. Juli 1699 wurde das Haus eingeweiht und nach dem nahen Dorf „Lietzenburg“ oder „Lützenburg“ genannt.

Der kleine Hof der Kurfürstin entwickelte sich rasch zu einem Treffpunkt für Gelehrte, Musiker und Künstler. In den Quellen ist von einem „Musenhof“ die Rede, der in Europa Beachtung fand. Dieser Ruf zog Handwerker, Händler und Dienstpersonal an, die sich in der Nähe des Schlosses niederließen.

So entstand um die Residenz eine kleine Siedlung, die neben dem alten Dorf Lietzow wuchs.

Im Jahr 1701 krönte sich Friedrich in Königsberg zum König in Preußen, und Sophie Charlotte wurde Königin. Der Statuswechsel ließ das Schloss größer werden: Nach der Krönung erweiterte Johann Friedrich Eosander das Haus, und zwischen 1709 und 1712 erhielt es den mittleren Vorbau mit der markanten Kuppel.

Die Königin selbst erlebte das nicht mehr. Sie starb am 1. Februar 1705 im Alter von 36 Jahren.