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Moabit: Firmen, Ämter, Hilfe und Geschichte

Wie Moabit entstanden ist und was seine Geschichte ausmacht.

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Geschichte von Moabit

Kurz gesagt

Moabit entstand um 1716 als Kolonie französischer Glaubensflüchtlinge auf sandigem Land vor Berlin, wurde im 19. Jahrhundert zum Fabrik- und Arbeiterviertel und kam am 1. Januar 1861 zur Stadt. Bekannt ist es für Industriebauten, das Gefängnis- und Gerichtsviertel, die Unruhen von 1910 und den Hauptbahnhof.

Moabit im Überblick

Bezirk
Mitte
Besiedlung
Erste Siedlung 1685, Kolonie Moabit um 1716
Zu Berlin seit
1. Januar 1861 (Bezirk Tiergarten seit 1920, Bezirk Mitte seit 2001)
Name
Wohl von „terre de Moab“, so nannten französische Glaubensflüchtlinge ihre neue Heimat; andere Deutung „Moorjebiet“
Fläche
7,72 km² (nach englischer Wikipedia)
Lage
Von Spree, Kanälen und Hafenbecken fast ringsum umschlossen
Firmen (IHK-Zählung)
1.893

Name und Anfänge: Sandboden vor der Stadt

Moabit liegt nordwestlich der Berliner Altstadt und ist fast ringsum von Wasser umgeben. Die Spree begrenzt den Ortsteil im Süden, im Norden und Westen sind es Kanäle und Hafenbecken.

Nach den Angaben im Wikipedia-Artikel besteht die Grenze zu rund 95 Prozent aus Wasserwegen, was dem Gebiet den Charakter einer Insel gibt. Der Boden war sandig und stellenweise sumpfig.

Im 13. Jahrhundert kam das Land an die Stadt Berlin und diente als Weide- und Waldgebiet, die „Große Stadtheide“, später Kämmereiheide genannt. Bis ins frühe 19. Jahrhundert gehörte es nach einer Darstellung des Berliner Adressportals Kauperts zum Amt Mühlenhof im Kreis Barnim, wurde aber von Berlin verwaltet. Im 15.

Jahrhundert machten die brandenburgischen Kurfürsten Teile des Umlands zum Jagdgebiet Tiergarten. Die erste Besiedlung beginnt nach der Wikipedia 1685 mit dem Staakensetzerhaus an der westlichen Grenze; die Bezirksgeschichte nennt dafür 1670.

Woher der Name stammt, ist nicht abschließend geklärt. Am häufigsten wird er auf den französischen Ausdruck „terre de Moab“ zurückgeführt, eine Anspielung auf das biblische Land Moab als erste Zuflucht der Israeliten nach dem Auszug aus Ägypten. Die ersten Siedler, französische Glaubensflüchtlinge, hätten ihre neue Heimat so benannt.

Eine volkstümliche Deutung sieht im Wort den Berliner Ausdruck „Moorjebiet“ für eine sumpfige Gegend. Weitere Erklärungen gelten in der Literatur als nicht haltbar. Beide Vorschläge passen zur Landschaft, entscheiden lässt sich zwischen ihnen nicht.

Hugenotten und Maulbeerbäume: die Kolonie Moabit

Den Anstoß zur Siedlung gaben Flüchtlinge. Die Hugenotten waren französische Protestanten, die wegen ihres Glaubens ihre Heimat verlassen hatten. Mehreren Darstellungen zufolge überließ König Friedrich I. ihnen im Jahr 1710 ein Stück Land im Tiergarten an der Spree, auf dem sie Häuser bauen, Maulbeerbäume pflanzen und Seidenraupen züchten sollten.

Die Kolonie Moabit, das spätere Alt-Moabit, entstand dann um 1716 und 1717. Die genaue Jahreszahl wird je nach Quelle verschieden genannt.

Raupen fressen die Blätter des Maulbeerbaums, und genau daran scheiterte das Vorhaben: Der magere Sandboden ließ die Bäume nicht gedeihen. Um 1725 war der Versuch gescheitert. Nach dem Wikipedia-Artikel eröffnete 1735 ein Franzose eine Schenke und gab dem Feld den Namen Martinikenfelde. Die Gegend blieb dünn besiedelt.

Daneben prägte das Militär den Ort. Ab 1717 entstanden westlich des Weinbergs königliche Pulvermühlen, und bis 1734 weitete sich das Militärgelände bis zur Kolonie aus. Nach der Zahl der Einwohner blieb Moabit bis ins 19. Jahrhundert winzig: Um 1801 lebten dort 120 Menschen, 1820 waren es 247.