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Mahlsdorf: Firmen, Ämter, Hilfe und Geschichte

Vom Feldsteindorf an der Straße nach Frankfurt (Oder) über Kolonisten, Bahnhof und Siedlerhäuser bis zum Ortsteil der Einfamilienhäuser an der Grenze zu Brandenburg.

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Geschichte von Mahlsdorf

Kurz gesagt

Mahlsdorf entstand um 1200 als Straßendorf auf dem Barnim und wurde 1345 erstmals urkundlich erwähnt. Mit dem Bahnhof von 1895 wuchs das Dorf zum Vorort mit Eigenheimsiedlungen, 1920 kam es zu Groß-Berlin. Bekannt ist der Ortsteil für das Gründerzeitmuseum im Gutshaus und die Alte Pfarrkirche aus dem 13. Jahrhundert.

Mahlsdorf im Überblick

Bezirk
Marzahn-Hellersdorf
Fläche
12,94 km²
Gegründet
um 1200 als Straßendorf
Erstmals genannt
25. Januar 1345 als „Malterstorp“
Zu Berlin seit
1. Oktober 1920 (Bezirk Lichtenberg)
Bezirk
Marzahn-Hellersdorf
Einwohner
30.452 (31. Dezember 2025)
Lage
Östlicher Stadtrand an der Grenze zu Hoppegarten, Elsensee im Westen
Firmen (IHK-Zählung)
431

Name und Anfänge: ein Straßendorf auf dem Barnim

Mahlsdorf liegt am östlichen Rand Berlins, dort, wo die Hochfläche des Barnim zum Urstromtal der Spree abfällt. Südlich der Straße Alt-Mahlsdorf ist dieser Abfall gut zu sehen: Am sogenannten Berliner Balkon beträgt der Höhenunterschied rund 15 Meter. Auf dieser Kante entstand um 1200 ein Dorf.

Es war ein Straßendorf, von Nord nach Süd ausgerichtet, die Höfe in zwei Reihen entlang eines Weges. Das Bezirksamt datiert die Gründung in den Anfang des 13. Jahrhunderts, die Forschung zur Dorfkirche nennt die Zeit um 1230. Deutsche Siedler kamen damals in großer Zahl auf den Barnim.

Schriftlich fassbar wird der Ort am 25. Januar 1345. In einer Urkunde heißt er „Malterstorp“; Markgraf Ludwig der Ältere, der damals die Mark Brandenburg regierte, verkaufte das Dorf als Lehen. Ein Lehen war Land, das ein Herr einem Gefolgsmann gegen Dienste überließ. Woher der Name kommt, erklären die Quellen nicht.

Wie groß das Dorf war, verrät das Landbuch Kaiser Karls IV. von 1375, ein Verzeichnis aller Dörfer und Abgaben der Mark. Es nennt 50 Hufen, darunter vier für den Pfarrer, und einen Krug. Eine Hufe war etwa so viel Land, wie eine Familie bewirtschaften konnte. Die Kirche stand da schon.

Die Alte Pfarrkirche: Feldsteine aus dem 13. Jahrhundert

An der Hönower Straße 13 steht laut Wikipedia das älteste erhaltene Gebäude des Ortsteils. Die Alte Pfarrkirche entstand in der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts aus behauenen Feldsteinen, in den frühen Formen der Gotik. Auch die Sakristei stammt aus dieser Zeit.

Der Turm wuchs in Etappen. Zunächst reichte er nur bis zur Dachkante des Kirchenschiffs, Ende des 15. Jahrhunderts führten die Mahlsdorfer ihn schmaler weiter, und 1593/1594 war er mit 16,30 Metern vollendet. Die Eckquader bestehen aus Rüdersdorfer Kalkstein. Von den ursprünglich drei Bronzeglocken blieb nur die Marienglocke von 1488 erhalten.

Im Inneren erzählt die Ausstattung von den Dorfherren. 1620 stiftete Hans von Kötteritz die hölzerne Kanzel mit den vier Evangelisten. Ein Epitaph, eine Gedenktafel aus dem frühen 17. Jahrhundert, zeigt die Wappen der Familie Distelmeyer, deren Lampert Kanzler der Mark war. 1710 kaufte die Gemeinde einen barocken Altaraufsatz.

Der Dreißigjährige Krieg beschädigte die Kirche, der Zweite Weltkrieg noch einmal. Beide Male wurde sie repariert. Von 1996 bis 1999 folgte eine umfassende Sanierung, finanziert zu je einem Drittel aus dem Berliner Denkmalfonds, aus staatlichen Programmen und von der Gemeinde. Seitdem gilt sie als weitgehend im Originalzustand.