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Hellersdorf: Firmen, Ämter, Hilfe und Geschichte

Vom Dorf der Brüder Dirike über Rittergut und Rieselfelder zur Großsiedlung der 1980er Jahre und zum Ortsteil, der seit 1990 wieder wächst.

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Geschichte von Hellersdorf

Kurz gesagt

Hellersdorf wurde 1375 im Landbuch Kaiser Karls IV. erstmals genannt, fiel später wüst und war über Jahrhunderte kaum mehr als ein Gut mit wenigen Dutzend Einwohnern. 1886 kaufte Berlin das Land für Rieselfelder. Ab 1985 wuchs darauf eine der großen Plattenbausiedlungen der DDR, heute leben hier mehr als 90.000 Menschen.

Hellersdorf im Überblick

Bezirk
Marzahn-Hellersdorf
Fläche
8,1 km²
Erstmals genannt
1375 als „Helwichstorpp“
Zu Berlin seit
1. Oktober 1920 (Bezirk Lichtenberg)
Bezirk
Marzahn-Hellersdorf (1986 bis 2000 eigener Bezirk Hellersdorf)
Einwohner
94.933 (31. Dezember 2025)
Lage
östlich der Wuhle an der Landesgrenze zu Brandenburg
Firmen (IHK-Zählung)
754

Name und Anfänge: ein Dorf im Landbuch

Die erste Spur führt in das Jahr 1375. Damals ließ Kaiser Karl IV., zugleich Markgraf von Brandenburg, alle Dörfer seiner Mark in einem Landbuch erfassen. Darin erscheint „Helwichstorpp“ mit 25 Hufen, also 25 bäuerlichen Landanteilen. Das Dorf gehörte den Brüdern Dirike.

Das Landbuch zählt auch auf, was zu einem Dorf jener Zeit gehörte: einen Pfarrhof mit drei freien Hufen, einen Krug, also eine Schenke, und eine Mühle. Daneben nennt es ein zweites Hellersdorf, das bereits wüst lag und der Burg Köpenick unterstand. Wüst hieß ein Dorf, dessen Bewohner es verlassen hatten.

Die erste Ansiedlung lag nach heutiger Kenntnis um eine Dorfkirche des 13. Jahrhunderts. Wo sie stand, markieren seit 2006 acht Edelstahlstelen des Künstlers Rafael Hohlfeld. Ein Kirchengebäude gibt es dort nicht mehr; das Stelenfeld ist die einzige Erinnerung an den mittelalterlichen Dorfkern.

Hellersdorf blieb kleiner als die Nachbardörfer Kaulsdorf und Mahlsdorf. 1416 erscheint auch das zweite Hellersdorf als unbewohnt in den Urkunden, und das Bezirksamt berichtet, dass der Ort später selbst zur Wüstung wurde. Was von ihm blieb, ging in den Besitz eines mächtigen Mannes über.

Vom Vorwerk zum Rittergut

1618, im Jahr des Beginns des Dreißigjährigen Krieges, kaufte der kurfürstliche Kanzler Johann von Löben Hellersdorf. Er besaß seit 1602 das Nachbargut Blumberg, wo er sich ein Schloss gebaut hatte, und schlug den Ort seinem dortigen Gutsbezirk zu. Löben starb 1636 in Blumberg.

Ein Gutsbezirk war ein Gebiet ohne Gemeinde, in dem der Gutsherr selbst die Verwaltung führte. Hellersdorf diente als Vorwerk, ein Wirtschaftshof mit Feldern und Ställen, der vom Hauptgut aus bewirtschaftet wurde. Von einem Dorfleben mit Bauern und Dorfanger war keine Rede mehr.

Löben war einer der einflussreichsten Beamten seiner Zeit: Ab 1604 saß er im neu gegründeten Geheimen Rat des Kurfürsten. Zu seinem Besitz zählten auch Teile von Ahrensfelde, Neuenhagen und Dahlwitz. Hellersdorf war in diesem Verbund nur ein kleiner Posten am Rand, bewirtschaftet von Blumberg aus.

Das änderte sich im 19. Jahrhundert nur wenig. Als Blumberg 1836 an Graf Friedrich Ludwig von Arnim überging, baute der neue Besitzer das Vorwerk zum Rittergut aus. Die Zahl der Bewohner blieb winzig: 1858 lebten hier 131 Menschen, 1890 nur noch 99.

Hellersdorf war damit zu Beginn der Gründerzeit ein Gutshof mit Landarbeitern, umgeben von Feldern und dem Tal der Wuhle. Die wachsende Großstadt Berlin lag zwar nur wenige Kilometer entfernt, doch sie suchte in dieser Gegend zunächst nicht nach Bauland, sondern nach einer Lösung für ihr Abwasser.