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Kaulsdorf: Firmen, Ämter, Hilfe und Geschichte

Vom mittelalterlichen Dorf mit Feldsteinkirche über den Rübenzucker-Versuchsgarten des Franz Carl Achard bis zur Eigenheimsiedlung mit Kiesseen am östlichen Stadtrand Berlins.

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Geschichte von Kaulsdorf

Kurz gesagt

Kaulsdorf ist ein altes Angerdorf östlich der Wuhle, das 1347 erstmals als „Caulstorp“ urkundlich genannt wurde. Mit der Ostbahn kam 1869 der Bahnhof, danach wuchsen Siedlungen aus Ein- und Zweifamilienhäusern um den alten Dorfkern. Seit 1920 gehört der Ort zu Berlin, heute zum Bezirk Marzahn-Hellersdorf.

Kaulsdorf im Überblick

Bezirk
Marzahn-Hellersdorf
Fläche
8,81 km²
Erstmals genannt
1347 als „Caulstorp“
Zu Berlin seit
1. Oktober 1920
Bezirk
Marzahn-Hellersdorf
Einwohner
19.827 (31. Dezember 2025)
Lage
Östlicher Stadtrand, zwischen Wuhle und Mahlsdorf, mit den Kaulsdorfer Seen
Firmen (IHK-Zählung)
292

Name und Anfänge: ein Dorf an der Wuhle

Kaulsdorf liegt östlich der Wuhleniederung, dort, wo das Berliner Urstromtal an die Barnimer Platte stößt. Diesen Übergang nennt man heute den Berliner Balkon. Auf dem höheren Land entstand vor dem Jahr 1200 ein Dorf, nicht neu gegründet, sondern aus einer slawischen Siedlung umgeformt.

Die Siedler kamen im Zuge der deutschen Ostsiedlung, also der Besiedlung der Gebiete östlich der Elbe im Mittelalter. Sie legten ein Angerdorf an: Die Höfe stehen um eine lang gezogene Freifläche, den Anger. Ungewöhnlich ist die Dreiecksform des Kaulsdorfer Angers, die sich bis heute im Straßenbild erkennen lässt.

Der Name taucht 1285 zum ersten Mal auf, in der Nennung eines Bewohners als „Nicolao de Caulestorp“. Als eigenständiger Ort erscheint Kaulsdorf 1347 in einer Schenkungsurkunde als „Caulstorp“. Dieses Jahr gilt deshalb als Ersterwähnung des Dorfes.

Mittelalter und Dorfzeit: Kirche, Krieg und Neubeginn

In der Mitte des Angers steht die Dorfkirche Kaulsdorf, um 1250 als schlichter Feldsteinbau errichtet, ein Saal mit halbrunder Apsis, zunächst wohl ohne Turm. Die kleinste ihrer Glocken wird auf die Zeit um 1300 datiert und hängt noch heute im Turm.

Wem das Dorf gehörte, lässt sich an den Kirchen ablesen: 1412 wurde Kaulsdorf Altargut der Petrikirche in Kölln, 1536 gingen die Rechte an die Domkirche in Berlin über. Mit der Reformation wurde die Gemeinde Tochterkirche von Biesdorf, der Pfarrer kam also aus dem Nachbardorf.

Der Dreißigjährige Krieg traf den Ort hart. 1638 lagen alle Höfe verwüstet. Doch die Felder blieben wertvoll, und bis 1652 waren fast alle Bauern- und Kossätenstellen wieder besetzt. Kossäten waren Kleinbauern mit wenig Land, die oft auf den großen Höfen mitarbeiteten.

Auch die Kirche bekam nach dem Krieg eine neue Ausstattung: 1656 einen Altar, 1688 eine Kanzel. In den Jahren 1715 und 1716 verlängerte man das Gebäude um sieben Meter nach Osten und ersetzte den verfaulten Fachwerkturm durch einen gedrungenen Giebelturm mit welscher Haube, einer geschweiften Turmhaube.

Vieles davon ist erhalten geblieben: der Altar von 1656, die Kanzel, der steinerne Taufstein von 1690 mit seinem Putto, die Bänke aus der Barockzeit. 1827 baute Carl August Buchholz die erste Orgel. Ein Tor in der Kirchhofsmauer von 1880 dient seit 1929 als Hochzeitspforte.