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Schmargendorf: Firmen, Ämter, Hilfe und Geschichte

Vom Markgrafendorf mit Schafweiden und Fischfang im Wilmersdorfer See über die Sommerfrische der Berliner zum ruhigen Wohnort zwischen Hohenzollerndamm und Grunewald.

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Geschichte von Schmargendorf

Kurz gesagt

Schmargendorf entstand als Bauerndorf der Markgrafen am Rand des Grunewalds und wurde 1354 erstmals urkundlich erwähnt. Erst nach 1890 verwandelte sich das Dorf in einen wohlhabenden Vorort mit eigenem Rathaus. Seit dem 1. Oktober 1920 gehört es zu Berlin, heute als Ortsteil von Charlottenburg-Wilmersdorf.

Schmargendorf im Überblick

Bezirk
Charlottenburg-Wilmersdorf
Fläche
3,59 km²
Erstmals genannt
1354
Eigener Amtsbezirk
1899
Zu Berlin seit
1. Oktober 1920
Bezirk
Charlottenburg-Wilmersdorf (seit 2001, zuvor Wilmersdorf)
Einwohner
23.955 (31. Dezember 2025)
Lage
Teltow-Hochfläche, rund 40 Meter über dem Meer, am Grunewald
Firmen (IHK-Zählung)
582

Name und Anfänge: das Dorf der Markgrafen

Wer heute über die Breite Straße geht, läuft über die alte Dorfstraße eines Angerdorfs. So heißt ein Dorf, dessen Höfe sich um eine lang gestreckte Freifläche gruppieren, den Anger. Schmargendorf entstand wahrscheinlich nach 1220, als die askanischen Markgrafen die junge Mark Brandenburg ausbauten.

Für den Landesausbau holten die Markgrafen Siedler aus Schwaben, Thüringen, Flandern und Westfalen ins Land. Eine slawische Siedlung vor den deutschen Bauern gilt als sehr unwahrscheinlich. Der Ort war also eine Neugründung auf der Hochfläche des Teltow, rund 40 Meter über dem Meeresspiegel.

Der Name verrät, wem das Dorf gehörte. Aus „Margrevendorf“, dem Markgrafendorf, wurde über Formen wie Smarckendorff und Schmarchendorf der heutige Name, der laut Kauperts seit 1775 gilt. Die Herren saßen nicht im Dorf, sie besaßen es.

Die ersten Bewohner lebten von Ackerbau und Schafzucht. Dazu kam der Fischfang im Wilmersdorfer See, einem Gewässer der eiszeitlichen Grunewaldseenkette. Der See verlandete über Jahrhunderte und wurde 1915 zugeschüttet. Wo er lag, stehen heute Wohnhäuser.

Schriftlich fassbar wird der Ort im Jahr 1354. Eine Urkunde von 1275 nennt zwar ein „Markgrevendorf“ mit Kirche, doch das Bezirksamt hält es für unwahrscheinlich, dass damit das Dorf bei Berlin gemeint ist. Gesichert bleibt deshalb das spätere Datum, und mit ihm beginnt die belegte Geschichte.

Die Dorfkirche und die Familie von Wilmersdorff

Mitten im alten Dorf steht die Dorfkirche Schmargendorf, ein schlichter Saal aus Feldsteinen. Ihr Innenraum misst 66 Quadratmeter und bietet rund 80 Menschen Platz. Laut Wikipedia ist sie die kleinste der erhaltenen Berliner Dorfkirchen.

Wann sie gebaut wurde, ist nicht sicher. Der Wikipedia-Artikel zur Kirche nennt die Zeit um 1280, der Artikel zum Ortsteil das 14. Jahrhundert. Bauakten gibt es keine. Sicher ist nur: Die Mauern aus behauenen Feldsteinen stammen aus dem Mittelalter und haben jeden späteren Umbau überstanden.

Jahrhundertelang standen die Gläubigen beim Gottesdienst, Bänke kamen erst im 19. Jahrhundert hinein. 1831 setzte man einen Dachreiter aus Fachwerk auf den Westgiebel, einen kleinen Glockenturm, der seit 1957 mit Brettern verkleidet ist. Zwei Glocken aus dem 14. oder 15. Jahrhundert hängen noch heute darin.

Im 15. Jahrhundert gehörte das Dorf der Familie von Wilmersdorff, die es bis zum Ende des 18. Jahrhunderts behielt. Im Dreißigjährigen Krieg starben sieben Mitglieder der Familie und wurden in der Kirche beigesetzt. Darunter war Hans von Wilmersdorff, Hofrat in Berlin, der 1636 starb.

Sein Grab geriet in Vergessenheit. Erst 1937, als Arbeiter für eine Heizung den Boden öffneten, kamen die Särge wieder zum Vorschein. Ein goldener Ehering half, die Gebeine zuzuordnen. Die Grabbeigaben gingen an das Märkische Museum, das im Tausch ein barockes Kruzifix von etwa 1700 schickte.