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Grunewald: Firmen, Ämter, Hilfe und Geschichte

Von der kurfürstlichen Jagdheide über die „Millionärskolonie“ des Kaiserreichs und den Bahnhof der Deportationen bis zum Trümmerberg mit Abhörstation: ein Ortsteil, der zu großen Teilen aus Wald besteht.

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Geschichte von Grunewald

Kurz gesagt

Grunewald entstand ab 1889 als Villenkolonie am Rand des gleichnamigen Forstes, nachdem der preußische Staat auf Betreiben Otto von Bismarcks 234 Hektar Wald an ein Bankenkonsortium verkauft hatte. Die Landgemeinde kam 1920 zu Groß-Berlin. Heute gehören Forst, Teufelsberg, Grunewaldturm und das Mahnmal Gleis 17 zum Ortsteil.

Grunewald im Überblick

Bezirk
Charlottenburg-Wilmersdorf
Fläche
22,33 km²
Villenkolonie seit
1889
Landgemeinde seit
15. August 1898
Zu Berlin seit
1. Oktober 1920
Bezirk
Charlottenburg-Wilmersdorf
Einwohner
11.144 (31. Dezember 2025)
Lage
Westrand Berlins, an der Havel, größtenteils Forst
Firmen (IHK-Zählung)
400

Name und Anfänge: ein Wald vor den Toren der Stadt

Grunewald trägt den Namen eines Waldes, und das ist wörtlich zu nehmen: Der Forst nimmt den weitaus überwiegenden Teil der Fläche ein. Wer hier wohnt, lebt nach Berliner Sprachgebrauch „in Grunewald“, nicht „im Grunewald“. Der kleine Unterschied trennt das Wohnviertel vom Wald, der es umgibt.

Der Wald hieß lange Teltower oder Spandower Heide. Seinen heutigen Namen verdankt er einem Jagdschloss, das der Baumeister Caspar Theiss 1542 für Kurfürst Joachim II. errichtete. Es hieß „Zum grünen Wald“, und dieser Name ging später auf den ganzen Forst über.

Die Landschaft prägen Kiefern auf Sand und eine Kette kleiner Seen, die in einer Rinne aus der Eiszeit liegen. Nach Westen begrenzt die Havel das Gebiet. Im Norden und Osten liegen heute Westend, Halensee und Schmargendorf, im Süden Dahlem, Zehlendorf und Nikolassee.

Der Forst ist nach Angaben der Wikipedia rund 3.000 Hektar groß und verteilt sich auf zwei Bezirke. Der Ortsteil Grunewald umfasst nur seinen nördlichen Teil. Dort beginnt die Geschichte, die aus einem Jagdrevier erst ein Ausflugsziel und dann ein Wohnviertel machte.

Jagdrevier, Wildgatter und die erste Bahn

Bis ins 20. Jahrhundert hinein diente der Grunewald in erster Linie der Jagd. Von 1849 bis 1904 war er von Wannsee bis Pichelsberg mit einem Wildgatter eingezäunt, einem Zaun, der das Wild im Revier hielt. Für die Berliner war der Wald damit zunächst Kulisse, kein Ausflugsziel.

Das änderte sich 1879. In diesem Jahr war die Havelchaussee fertig, und am 1. August hielt erstmals ein Zug am neuen Bahnhof „Hundekehle“, benannt nach dem nahen Hundekehlefenn. Mit der Bahn kamen die Städter, und aus dem Jagdrevier wurde ein Naherholungsgebiet.

Seinen heutigen Namen erhielt der Bahnhof am 15. Oktober 1884. Der bisherige Bahnhof Grunewald an der Ringbahn wurde im Gegenzug in Halensee umbenannt. Wenig später reifte eine Idee, die den Wald dauerhaft verändern sollte: Ein Teil davon sollte Bauland werden.

Der Verlust von Wald blieb nicht ohne Widerspruch. 1904 kamen bei einer Protestaktion rund 30.000 Unterschriften zusammen, und 1909 wandte sich ein „Berliner Waldschutztag“ gegen die Spekulation. Mit dem Dauerwaldvertrag kaufte der Zweckverband Groß-Berlin 1915 Waldflächen vom Staat, darunter Teile des Grunewalds.