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Wilmersdorf: Firmen, Ämter, Hilfe und Geschichte

Wie Wilmersdorf entstanden ist und was seine Geschichte ausmacht.

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Geschichte von Wilmersdorf

Kurz gesagt

Wilmersdorf war ein Dorf der mittelalterlichen Mark Brandenburg, das 1293 erstmals in einer Urkunde auftaucht. Nach 1870 machte der Bodenunternehmer Carstenn aus den Feldern ein Stadtviertel, 1906 erhielt der Ort das Stadtrecht, 1920 kam er zu Groß-Berlin. Bekannt ist er für Gründerzeitviertel, die Künstlerkolonie und die Wilhelmsaue.

Wilmersdorf im Überblick

Bezirk
Charlottenburg-Wilmersdorf
Erstmals genannt
1293, als „Wilmerstorff“
Stadtrecht
1906 (als Deutsch-Wilmersdorf), ab 1907 eigener Stadtkreis
Zu Berlin seit
1. Oktober 1920, als 9. Verwaltungsbezirk von Groß-Berlin
Bezirk
bis 2001 eigener Bezirk, seitdem Teil von Charlottenburg-Wilmersdorf
Name
Deutung nicht gesichert; 1293 gehörte der Ort der Familie von Wilmersdorff; „Deutsch-“ unterschied ihn von Wendisch-Wilmersdorf; seit 1912 „Berlin-Wilmersdorf“
Firmen (IHK-Zählung)
2.614

Name und Anfänge: ein Dorf im Landesausbau

Wilmersdorf gehört nicht zu den uralten Siedlungsplätzen Berlins. Nach heutigem Wissensstand entstand das Dorf erst nach etwa 1220, als die askanischen Markgrafen von Brandenburg das Land zwischen Spree und Havel mit Siedlern erschlossen. Ein slawischer Vorgängerort ist sehr unwahrscheinlich.

Die ersten Bewohner kamen nach dieser Überlieferung aus Schwaben, Thüringen, Flandern und Westfalen und lebten vom Ackerbau und vom Fischfang im Wilmersdorfer See, einem Gewässer in einer eiszeitlichen Rinne, das heute verschwunden ist.

Die erste schriftliche Nennung stammt aus dem Jahr 1293. Damals erscheint der Ort in einer Urkunde als „Wilmerstorff“ (die Schreibweise unterscheidet sich je nach Quelle geringfügig). Er war im Besitz der Adelsfamilie von Wilmersdorff, deren Name vermutlich mit dem des Dorfes zusammenhängt.

Eine gesicherte Deutung des Namens geben die ausgewerteten Quellen nicht. Im 19. Jahrhundert setzte sich der Zusatz „Deutsch-“ durch, um das Dorf von Wendisch-Wilmersdorf zu unterscheiden, das 1937 in Märkisch Wilmersdorf umbenannt wurde.

Dorf, Kirche und Gut bis ins 18. Jahrhundert

Schon 1293 ist im Ort auch eine Pfarrei belegt. Im Landbuch Kaiser Karls IV. von 1375, einer Bestandsaufnahme der Mark Brandenburg, wird ein Geistlicher genannt, der zugleich die Nachbargemeinde betreute, vermutlich Lietzow.

Diese Verbindung hielt lange: Bis 1708 waren die Wilmersdorfer Pfarrer auch für die Gemeinde in Lietzow zuständig, dem späteren Charlottenburg. Das Dorf selbst wurde ein landesherrliches Kammergut, auf dem lange die Schafzucht die Arbeit bestimmte.

Ein schwerer Einschnitt war das Jahr 1766. Ein Großbrand zerstörte nach den vorliegenden Angaben etwa die Hälfte des Dorfes, darunter Kirche und Pfarrhaus. 1772 entstand an derselben Stelle am Dorfanger, dem heutigen Platz an der Wilhelmsaue, ein schlichter barocker Saalbau, also eine Kirche aus einem einzigen Raum ohne Seitenschiffe.

Eine Turmuhr kam 1817 hinzu. Von diesem Gebäude ist nur eine Wetterfahne mit der Jahreszahl 1772 erhalten, die am Treppenturm des Pfarrhauses der Auenkirche sitzt.

Im 18. Jahrhundert zog das Dorf auch erste Städter an. Wohlhabende Berliner kauften Land und richteten sich in der Wilhelmsaue Sommersitze ein. Das älteste erhaltene Haus des Ortes ist das Schoeler-Schlösschen, dessen Anfänge in die Jahre 1752 und 1753 fallen.

Der Wilmersdorfer Pfarrer Samuel Gottlieb Fuhrmann hatte einen wüsten, also brachliegenden Hof erhalten, mit der Auflage, ein Haus zu bauen und Maulbeerbäume für die Seidenraupenzucht zu pflanzen. 1765 und 1766 wurde das Haus zu einem barocken Landhaus mit Garten zum See ausgebaut.