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Halensee: Firmen, Ämter, Hilfe und Geschichte

Von Sandboden und Spargelfeldern über den Ringbahnhof und den Vergnügungspark am See bis zum dicht bebauten Wohnviertel zwischen Stadtbahn, Ringbahn und Kurfürstendamm.

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Geschichte von Halensee

Kurz gesagt

Halensee entstand erst Ende des 19. Jahrhunderts als Mietshaussiedlung am westlichen Ende des Kurfürstendamms, benannt nach dem See im angrenzenden Grunewald. Mit Wilmersdorf kam das Viertel 1920 zu Groß-Berlin. Seit 2004 ist Halensee ein eigener Ortsteil, laut Bezirksamt der kleinste im Bezirk.

Halensee im Überblick

Bezirk
Charlottenburg-Wilmersdorf
Fläche
1,27 km²
Benannt
1880 nach dem Halensee
Ringbahnhof
15. November 1877
Zu Berlin seit
1. Oktober 1920 (mit Wilmersdorf)
Eigener Ortsteil seit
2004
Bezirk
Charlottenburg-Wilmersdorf
Einwohner
15.836 (31. Dezember 2025)
Firmen (IHK-Zählung)
616

Name und Lage: ein See, der woanders liegt

Wer den Namen hört, sucht das Wasser vergeblich im Ortsteil. Der Halensee, der dem Viertel seinen Namen gab, liegt knapp jenseits der Grenze im Ortsteil Grunewald. Er gehört zur Grunewaldseenkette, ist bis zu zehn Meter tief und hieß früher „Hohler See“.

Das Viertel selbst liegt auf der Hochfläche des Teltow, am westlichen Ende des Kurfürstendamms. Lange war hier nichts als Sand. Die Gegend gehörte zur Feldmark des Dorfes Wilmersdorf, und das Bezirksamt beschreibt sie vor der Bebauung als Land aus Sandboden und Spargelfeldern.

Theodor Fontane verspottete diese Weite in seinem Roman „Frau Jenny Treibel“ als Wüstenpanorama. Bauern, Ausflügler und Jäger kannten den Weg zum See, Städter kaum. Ein erster Anlauf zur Besiedlung kam deshalb nicht von den Bewohnern, sondern aus der Welt der Bodenspekulation.

1872 kaufte Johann Anton Wilhelm von Carstenn über den Berlin-Charlottenburger Bauverein Land zwischen der Leibnizstraße und dem Grunewald für eine Villenkolonie. Einige Villen entstanden tatsächlich, verschwanden aber wieder, als Ende des Jahrhunderts die Mietshäuser kamen.

Den Namen erhielt der Ort 1880, benannt nach dem See, der damals zur Kolonie Grunewald gehörte. Was noch fehlte, war ein Grund, hierher zu ziehen. Den lieferten zwei Verkehrswege, die in diesen Jahren entstanden: eine Bahn und ein Boulevard.

Ringbahn und Kurfürstendamm: der Anschluss an die Stadt

Am 15. November 1877 hielt zum ersten Mal ein Zug im Sand. Mit der Verlängerung der Ringbahn von Schöneberg nach Moabit entstand hier ein einfacher Haltepunkt, der zunächst Grunewald hieß. 1884 baute die Bahn die Anlage um, legte eine Verbindungskurve zur Stadtbahn an und nannte den Bahnhof fortan Halensee.

Noch bevor die Häuser standen, erlebte die Gegend ein Stück Technikgeschichte. Ab dem 29. April 1882 führte Werner Siemens hier den Elektromote vor, ein Fahrzeug mit Strom aus einer Oberleitung. Die 540 Meter lange Strecke querte den Kurfürstendamm.

Sie begann in der heutigen Joachim-Friedrich-Straße und endete in der heutigen Johann-Georg-Straße, damals ein Feldweg in unbebautem Gelände. Der Versuch dauerte nur gut sechs Wochen, bis zum 13. Juni 1882. Nach Angaben der Wikipedia gilt das Gefährt als weltweit erster Vorläufer des Oberleitungsbusses.

Der zweite Verkehrsweg war der Kurfürstendamm. Um 1542 als Reitweg vom Stadtschloss zum Jagdschloss Grunewald angelegt, blieb er Jahrhunderte ein Dammweg. Otto von Bismarck schlug 1873 vor, daraus eine Prachtstraße zu machen, und setzte 53 Meter Breite durch.

Nach Gründung der Kurfürstendamm-Gesellschaft Ende 1882 begann der Ausbau. 1886 war die Straße fertig, und am 5. Mai jenes Jahres fuhr die erste Dampfstraßenbahn vom Zoologischen Garten nach Halensee. Damit war das Viertel von beiden Seiten erschlossen. Jetzt konnte gebaut werden, und zwar schnell.