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Neu-Hohenschönhausen: Firmen, Ämter, Hilfe und Geschichte

Von den Rieselfeldern der Stadt Berlin über die letzte große Plattenbausiedlung der DDR bis zum Ortsteil mit fast 59.000 Einwohnern, dessen Zentrum heute der Prerower Platz ist.

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Geschichte von Neu-Hohenschönhausen

Kurz gesagt

Neu-Hohenschönhausen ist die Großsiedlung, die von 1984 bis 1989 auf den Feldern der Dörfer Wartenberg, Falkenberg und Malchow entstand. Als eigener Ortsteil besteht sie erst seit der Zusammenlegung der Bezirke Hohenschönhausen und Lichtenberg. Heute leben hier laut Wikipedia mehr Menschen als in jedem anderen Ortsteil Lichtenbergs.

Neu-Hohenschönhausen im Überblick

Bezirk
Lichtenberg
Fläche
5,16 km²
Grundsteinlegung
9. Februar 1984
Siedlungsbau abgeschlossen
5. Oktober 1989
Eigener Ortsteil seit
2002 (nach der Bezirksfusion 2001)
Bezirk
Lichtenberg
Einwohner
59.715 (31. Dezember 2025)
Lage
Barnim-Hochfläche im Nordosten Berlins
Firmen (IHK-Zählung)
359

Name und Lage: ein junger Ortsteil auf altem Ackerland

Wer heute am Prerower Platz steht, sieht Wohnhäuser, eine Straßenbahn und ein Einkaufszentrum. Nichts davon ist älter als vierzig Jahre. Der Boden darunter hat dagegen eine lange Geschichte, denn er gehörte jahrhundertelang zu den Feldern der Dörfer Wartenberg, Falkenberg und Malchow auf der Barnim-Hochfläche.

Der Name führt leicht in die Irre. Schon im 19. Jahrhundert gab es westlich des alten Dorfes Hohenschönhausen eine Siedlung namens Neu Hohenschönhausen, dort, wo heute das Sportforum liegt. Diese Bezeichnung hielt sich bis in die 1960er Jahre und ist inzwischen verschwunden.

Der heutige Ortsteil liegt ganz woanders, nämlich nördlich des alten Dorfes. Er umfasst das Neubaugebiet Hohenschönhausen-Nord, das die DDR in den 1980er Jahren hochzog. Zwischen den Hochhäusern erinnern nur noch Straßennamen und ein paar Pfuhle, also kleine stehende Gewässer, an das Ackerland.

Um die Siedlung zu verstehen, lohnt ein Blick auf die drei Dörfer, deren Flur sie einnahm. Alle drei entstanden im Mittelalter, als deutsche Siedler den Barnim urbar machten, und alle drei verloren ihre Dorfkirchen in den letzten Kriegstagen 1945.

Mittelalter und Gutszeit: Wartenberg und Falkenberg

Wartenberg entstand um 1230, und seine Siedler brachten den Namen vermutlich aus der Altmark mit, wo es ebenfalls ein Wartenberg gab. Eine Urkunde der brandenburgischen Markgrafen nennt 1270 einen „Bernhardus de Wardenberge“. Das ist die erste schriftliche Erwähnung des Dorfes.

Das Landbuch Kaiser Karls IV. beschreibt Wartenberg 1375 als stattliches Dorf mit 53 Hufen, also Ackeranteilen von Bauernfamilien. Drei Hufen gehörten dem Pfarrer, eine der Kirche. Dazu kamen acht Kossäten, Kleinbauern mit wenig Land, ein Krug und ein Lehnsschulze als Dorfvorsteher.

Falkenberg ist etwas später belegt: Markgraf Otto der Faule erwähnte es am 26. Juni 1370 in einer Urkunde. Beide Dörfer gehörten lange Berliner und Cöllner Bürgerfamilien, in Wartenberg etwa den Blankenfelde und Boytin.

Nach dem [Berliner Unwillen](https://de.wikipedia.org/wiki/Berliner_Unwille), dem Aufstand der Doppelstadt gegen den Kurfürsten, fiel Wartenberg 1448 an Friedrich II., der es an Vasallen wie die Familie Röbel vergab. 1451 wurde das Dorf in zwei Rittergüter geteilt.

Erst 1783 führte Otto von Voß beide Güter wieder zusammen und ließ ein neues Gutshaus bauen. In Falkenberg erwarb 1791 Marie-Elisabeth von Humboldt, die Mutter der Brüder Humboldt, das Gut und ließ die Dorfkirche klassizistisch umgestalten.

Ihr Sohn Ferdinand von Holwede erbte Falkenberg und verkaufte es 1804 an die Familie von Alvensleben. Die Gruft der Humboldts blieb bei der Kirche, bis sie 1969 zugemauert wurde. Wartenberg erbten nach dem Tod von Otto von Voß 1823 seine Söhne; Sohn Carl führte das Gut zuletzt allein.