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Mitte: Firmen, Ämter, Hilfe und Geschichte

Wie Mitte entstanden ist und was seine Geschichte ausmacht.

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Geschichte von Mitte

Kurz gesagt

Mitte ist der Ortsteil, in dem Berlin entstand: Aus zwei Kaufmannssiedlungen an der Spree, Cölln (1237 erstmals genannt) und Berlin (1244), wurde die Doppelstadt, später Residenz der Hohenzollern. Über Jahrhunderte kamen planmäßig angelegte Stadtteile hinzu. Heute stehen hier Museumsinsel, Rotes Rathaus, Brandenburger Tor und Fernsehturm.

Mitte im Überblick

Bezirk
Mitte
Erstmals genannt
Cölln 1237, Berlin 1244 (Urkunden); Holzfunde am Petriplatz deuten auf eine Besiedlung um 1183
Zusammenschluss
Berlin und Cölln bilden 1307 eine Union; 1709/1710 werden fünf Städte zur Residenzstadt Berlin vereinigt
Zu Groß-Berlin seit
1. Oktober 1920 als Bezirk Mitte; seit dem 1. Januar 2001 Ortsteil des neuen, größeren Bezirks Mitte
Name
Der Name bezeichnet die zentrale Lage; er wurde 1920 Name des Bezirks, der die historische Innenstadt umfasste
Frühere Stadtteile
Alt-Berlin, Alt-Kölln, Friedrichswerder, Dorotheenstadt, Friedrichstadt, Spandauer Vorstadt und weitere
Firmen (IHK-Zählung)
5.098

Name und Lage: der Kern Berlins

Wer von Mitte spricht, meint meist den Ortsteil und lässt den Artikel weg. Der Name steht für die Innenstadt, in der Berlin seinen Anfang nahm. Mit dem Bezirk gleichen Namens ist er nicht zu verwechseln: Dieser entstand erst am 1.

Januar 2001, als die bis dahin selbständigen Bezirke Mitte, Tiergarten und Wedding zusammengelegt wurden. Mitte selbst wurde dabei zu einem Ortsteil, also zu einem Teilgebiet des größeren Bezirks.

Der heutige Ortsteil setzt sich aus Stadtteilen zusammen, die zu ganz verschiedenen Zeiten entstanden sind. Die letzte amtliche Einteilung aus dem Jahr 1920 nennt unter anderem Alt-Berlin, Alt-Kölln, Friedrichswerder, Dorotheenstadt, Friedrichstadt, Spandauer Vorstadt, Rosenthaler Vorstadt, Oranienburger Vorstadt, Friedrich-Wilhelm-Stadt, Königsstadt und Stralauer Vorstadt.

Die Namen erinnern an Landesherren, an Königinnen und Kurfürstinnen oder schlicht an die Richtung, in die eine Straße aus der Stadt hinausführte. Der Süden der früheren Luisenstadt kam 1920 zum Bezirk Kreuzberg und gehört deshalb nicht zu Mitte.

Geographisch liegt der Ortsteil an und zwischen Armen der Spree. Im Westen grenzt er an Tiergarten und Moabit, im Norden an Wedding und Gesundbrunnen, im Nordosten an den Bezirk Pankow (mit dem Ortsteil Prenzlauer Berg) und im Süden und Osten an Friedrichshain-Kreuzberg.

Dort, wo die Spree durch die Innenstadt fließt, trennt sie eine Insel vom Festland, auf der später das Schloss und die Museen entstanden. Diese Lage an einem Flussübergang erklärt, warum hier Kaufleute siedelten, lange bevor es eine Hauptstadt gab.

Berlin und Cölln: die Doppelstadt im Mittelalter

Die Anfänge reichen weiter zurück, als die Urkunden verraten. Bei archäologischen Untersuchungen am Petriplatz fand man 2008 Eichenholz, das wahrscheinlich aus dem Jahr 1183 stammt. Damit ist die Besiedlung rund 50 Jahre älter als die ersten schriftlichen Erwähnungen.

Am Übergang über die Spree, der Gegend des heutigen Mühlendamms, ließen sich Händler nieder. Der Damm selbst entstand nach heutigem Wissen zwischen 1220 und 1230 und bildete den Kern beider Siedlungen: auf dem westlichen Ufer Cölln auf der Spreeinsel, auf dem östlichen Berlin.

Urkundlich greifbar werden die Orte im 13. Jahrhundert. Cölln wird am 28. Oktober 1237 erstmals genannt, Berlin am 26. Januar 1244. Dass Berlin damals schon als Stadt galt, belegt ein Dokument von 1251, in dem es als „civitas“ erscheint; das Stadtrecht war ihm spätestens 1240 verliehen worden.

Cölln erhielt diese Bezeichnung rund zehn Jahre später. Im Stadtbild setzte sich die Bürgerschaft schon früh Zeichen: Die Nikolaikirche wurde um 1230 begonnen, die Marienkirche wird 1292 erstmals genannt. Die Nikolaikirche gilt als ältestes erhaltenes Kirchengebäude Berlins.

Die beiden Städte waren eng verflochten und blieben doch rechtlich getrennt. 1307 schlossen sie sich zu einer Union zusammen, um ihre Rechte gegenüber dem Markgrafen gemeinsam zu verteidigen.

Zwölf Ratsmitglieder aus Berlin und sechs aus Cölln tagten in einem gemeinsamen Rathaus, doch jede Stadt führte ihre eigene Verwaltung und ihren eigenen Haushalt. Aufgrund von Stapel- und Marktrechten mussten Händler ihre Spreewaren in der Stadt anbieten, etwa auf dem Molkenmarkt oder dem Köllnischen Fischmarkt.

Von 1360 an gehörten Berlin und Cölln der Hanse an, dem Bund norddeutscher Handelsstädte.

Um 1400 lebten in der Doppelstadt etwa 8.500 Menschen in rund 1.100 Gebäuden. Es gab drei Rathäuser, drei Hospitäler, Kirchen und Klöster, außerdem den Hof des Markgrafen.

Ein Rathaus in Berlin wird 1390 zum ersten Mal erwähnt, und zwar an der Nordwestecke des Geländes, auf dem heute das Rote Rathaus steht.

Herrscher waren in dieser Zeit nacheinander die Askanier, die Wittelsbacher und die Luxemburger, bevor 1415 mit den Hohenzollern ein Fürstenhaus kam, das mehr als fünf Jahrhunderte regieren sollte.