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Westend: Firmen, Ämter, Hilfe und Geschichte

Von der sandigen Hochfläche mit Windmühlen über die Villenkolonie wohlhabender Berliner bis zum Ortsteil mit Olympiagelände, Funkturm und Messe.

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Geschichte von Westend

Kurz gesagt

Westend begann am 1. Mai 1866 als Villenkolonie auf dem Spandauer Berg, benannt nach dem Londoner West End. Mit Charlottenburg kam es 1920 zu Groß-Berlin. Heute gehören Olympiastadion, Funkturm, Messegelände und mehrere Siedlungen zu dem Ortsteil, der seit 2004 so heißt.

Westend im Überblick

Bezirk
Charlottenburg-Wilmersdorf
Fläche
13,53 km²
Gründung der Villenkolonie
1. Mai 1866
Zu Charlottenburg seit
1878
Zu Berlin seit
1. Oktober 1920
Bezirk
Charlottenburg-Wilmersdorf
Einwohner
41.348 (31. Dezember 2025)
Lage
Hochfläche des Teltow, nördlich steil zur Spree abfallend
Firmen (IHK-Zählung)
782

Name und Anfänge: Sand, Mühlen und ein Feldlager

Wer heute durch die Alleen von Westend geht, ahnt kaum, dass hier lange nur Sand lag. Der Ortsteil liegt auf der Hochfläche des Teltow, die nach Norden steil zur Spree abfällt. Jahrhundertelang war diese Höhe ein bewaldetes, trockenes Gelände, auf dem nur einige Windmühlen standen.

Ein eigenes Dorf gab es hier nie. Der Name kam erst mit den Bauherren des 19. Jahrhunderts, die sich am vornehmen Londoner Stadtteil West End orientierten. Sie wollten westlich von Charlottenburg etwas Ähnliches schaffen: ein ruhiges Wohnviertel für Menschen mit Geld, weit weg vom Lärm der wachsenden Hauptstadt.

Zuvor hatte die Hochfläche einen ungebetenen Gast gesehen. Nach dem Sieg bei Jena und Auerstedt richtete Napoleon 1806 auf dem Spandauer Berg ein Lager ein. Im Mai 1808 befahl er den Bau der Napoleonsburg, eines Barackenlagers mit 380 Wohnbaracken für je 20 Mann und 64 Küchen- und Speisebaracken.

Das Lager stand nur wenige Monate. Am 2. November 1808 wurde es abgebrochen, und die Franzosen zogen ab. Zurück blieb eine Ödfläche, denn die Soldaten hatten den Wald geschlagen. Nach Angaben der Wikipedia erholte sich der Baumbestand nie wieder, und das Gelände fiel in einen langen Schlaf.

Bier, Ausflügler und Soldaten auf dem Spandauer Berg

Geweckt wurde die Höhe von einem Bierbrauer. 1840 eröffnete ein Bayer aus Spandau an der Straße von Charlottenburg nach Spandau den Ausschank „Spandauer Bock“. Das Lokal lag günstig an der Chaussee, und die Berliner kamen gern heraus, um im Grünen zu trinken.

Das Geschäft lief so gut, dass die Brauerei 1854 auf den Spandauer Berg zog. Neben ihr entstand die Gaststätte „Zibbe“. Beide Lokale und die Brauerei wurden im Zweiten Weltkrieg zerstört und nicht wieder aufgebaut. 1879 verlängerte die Pferde-Eisenbahn ihre Strecke bis zum Spandauer Bock, wie das Straßenverzeichnis Kauperts festhält.

Zur gleichen Zeit zog das Militär in die Hügel am Westrand. In den Murellenbergen, einer Hügellandschaft aus der Eiszeit, entstanden ab etwa 1840 Kasernen, Schießstände und Schanzen, also Erdwälle für Übungen. Rund 150 Jahre lang blieb das Gelände ein Übungsplatz für Soldaten und später für die Polizei.

So hatte Westend schon vor den ersten Villen zwei Gesichter: ein Ausflugsziel mit Bier und Blick ins Tal und ein Übungsgelände mit Schießlärm. Zwischen beiden lag noch viel freier Sand. Genau diesen Sand entdeckten in den 1860er Jahren einige Geschäftsleute als Bauland.