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Biesdorf: Firmen, Ämter, Hilfe und Geschichte

Von Jägern an der Wuhle über ein märkisches Angerdorf und das Gut der Familie Siemens zum weitläufigen Ortsteil der Einfamilienhäuser, dessen wiederaufgebautes Schloss heute eine Galerie beherbergt.

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Geschichte von Biesdorf

Kurz gesagt

Biesdorf im Osten Berlins wurde 1375 im Landbuch Kaiser Karls IV. erstmals genannt und blieb über Jahrhunderte ein kleines Angerdorf. Der Bahnhof von 1885 und das Gut der Familie Siemens leiteten den Wandel zum Siedlungsort ein. Seit dem 1. Oktober 1920 gehört Biesdorf zu Berlin, heute zum Bezirk Marzahn-Hellersdorf.

Biesdorf im Überblick

Bezirk
Marzahn-Hellersdorf
Fläche
12,44 km²
Erstmals genannt
1375 (Landbuch Karls IV.)
Zu Berlin seit
1. Oktober 1920
Bezirk
Marzahn-Hellersdorf (bis 1979 Lichtenberg, dann Marzahn)
Einwohner
30.891 (31. Dezember 2025)
Lage
an der Wuhle, beiderseits der Bundesstraßen B 1 und B 5
Firmen (IHK-Zählung)
349

Name und Anfänge: Jäger an der Wuhle

Lange bevor es ein Dorf gab, lebten Menschen am Ufer der Wuhle. Ausgrabungen zwischen 1999 und 2014 brachten Spuren zutage, die bis etwa 10.000 vor Christus zurückreichen. Eine feste Besiedlung gibt es nach Angaben der Wikipedia seit etwa 1000 vor Christus. Der Fluss bot Wasser, Fisch und Wild zugleich.

Ein besonderes Stück aus dieser Frühzeit ist eine Maske aus Hirschgeweih. Sie wurde 1953 gefunden und auf die Zeit zwischen 9000 und 8000 vor Christus datiert. Vermutlich diente sie bei kultischen Handlungen. Nach Angaben der Wikipedia gilt sie als ältester und bedeutendster Fund aus dem Biesdorfer Boden.

Das mittelalterliche Dorf entstand als Angerdorf: Die Höfe reihten sich um einen länglichen Platz, den Anger, in dessen Mitte die Kirche stand. Diese Feldsteinkirche wird oft auf die Zeit um 1230 datiert, nach ihren Bauformen eher auf das späte 13. Jahrhundert. Sie steht noch heute an der Straße Alt-Biesdorf.

Schriftlich fassbar wird der Ort 1375. Das Landbuch Kaiser Karls IV., ein Verzeichnis aller Dörfer und Abgaben der Mark Brandenburg, führt Biesdorf mit 62 Hufen auf. Eine Hufe war ein Bauernhof mit seinem Land. Als Grundherr erscheint Hennig von der Gröben. Frühe Schreibweisen lauteten Bysterstorff und Bisterstorff.

Von den Pfuels zum Kurfürsten

1472 kam das Dorf an die Brüder Werner und Bertram von Pfuel, ein altes märkisches Adelsgeschlecht, das es als Lehen vom Landesherrn erhielt. Mit der Reformation von 1539 wurde die Biesdorfer Kirche zur Mutterkirche für Kaulsdorf, später auch für Mahlsdorf und Marzahn. Der Pfarrer von Biesdorf betreute also mehrere Dörfer.

Der Dreißigjährige Krieg brachte Zerstörung und Bevölkerungsverlust. Den Pfuels wurde das Gut 1637 entzogen, erst 1643 bekamen sie es zurück. Wenig später kaufte Kurfürst Friedrich Wilhelm, der Große Kurfürst, den Besitz in zwei Schritten, nämlich 1653 und 1666. Bis 1827 blieb Biesdorf kurfürstliches und dann königliches Eigentum.

Das Dorf blieb klein. Nach Angaben des Bezirksamts lag die Einwohnerzahl lange unter 300, denn Feuer und Kriege setzten dem Ort immer wieder zu. 1754 brannte die Kirche vollständig aus und wurde 1756 neu geweiht. Während der russischen Besetzung im Siebenjährigen Krieg ging 1762 ein großer Teil des Kirchengeräts verloren.

Auch die napoleonische Zeit hinterließ Spuren. 1806 ließ Napoleon auf der Biesdorfer Feldmark französische Truppen vor sich paradieren. Die Kriegsjahre bis 1813 zählt das Bezirksamt zu den Zeiten, die den Ort schwer trafen. Erst im 19. Jahrhundert begann ein Wandel, und der ging vom Gut aus.