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Rummelsburg: Firmen, Ämter, Hilfe und Geschichte

Von der Ziegelei am Stralauer See über Waisenhaus, Arbeitshaus und Kraftwerk zur Wasserstadt am Ufer: die Geschichte eines Ortsteils, der nie ein Dorf war.

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Geschichte von Rummelsburg

Kurz gesagt

Rummelsburg begann 1669 mit einer Ziegelei am Ufer des heutigen Rummelsburger Sees und verdankt seinen Namen dem Weinhändler Johann Jakob Rummel, der hier ein Wirtshaus eröffnete. Aus Wirtshaus, Waisenhaus und Arbeiterkolonie wuchs eine Industriegemeinde, die 1920 mit Lichtenberg zu Berlin kam. Seit 2002 ist Rummelsburg ein eigener Ortsteil.

Rummelsburg im Überblick

Bezirk
Lichtenberg
Fläche
4,52 km²
Erstes Gebäude
Ziegelei, 1669
Landgemeinde
Boxhagen-Rummelsburg, 30. Januar 1889
Zu Lichtenberg
1. April 1912
Zu Berlin seit
1. Oktober 1920
Eigener Ortsteil
seit 2002
Einwohner
27.943 (31. Dezember 2025)
Firmen (IHK-Zählung)
414

Name und Anfänge: Ziegelei, Meierei, Wirtshaus

Rummelsburg hat keinen Dorfanger und keine mittelalterliche Kirche, denn es ist kein altes Dorf. Der Ort beginnt mit einem Gewerbebetrieb: Ab 1669 stand am Ufer der Bucht, die damals Stralauer See hieß, eine Ziegelei. Sie wurde später wieder aufgegeben, doch der Platz am Wasser blieb besiedelt.

Der Ortsteil zieht sich lang zwischen der Ringbahn am Ostkreuz im Nordwesten und dem Blockdammweg im Südosten hin. Im Süden begrenzen ihn die Spree und die Rummelsburger Bucht. Mitten hindurch laufen die Hauptstraße, die in die Köpenicker Straße übergeht, und die Bahnstrecke nach Frankfurt (Oder).

Im 18. Jahrhundert entstand aus dem Gelände eine Meierei, also ein Milchwirtschaftshof, der den Namen Charlottenhof trug. Nach 1775 sind außerdem Fischereien und Gärtnereien belegt. Die Stadt Berlin lag damals weit entfernt, und das kleine Gut war eine Exklave Berlins im Kreis Niederbarnim.

Den heutigen Namen brachte ein Kaufmann mit. Der Weinhändler Johann Jakob Rummel kaufte die Meierei und machte daraus ein Wirtshaus, das er Rummelsburg nannte. Der Name ging auf die Siedlung über, und mit ihr änderte auch das Gewässer seinen Namen: Aus dem Stralauer See wurde der Rummelsburger See.

Wie klein der Ort lange blieb, zeigen die Zahlen bei Kauperts: 1801 zählte Rummelsburg fünf Häuser mit elf Einwohnern, 1856 waren es acht Häuser mit 67 Einwohnern. Erst die Eisenbahn und die Fabriken sollten das ändern, und zwar innerhalb weniger Jahrzehnte.

Waisenhaus und Arbeitshaus an der Hauptstraße

Die Stadt Berlin nutzte ihr abgelegenes Gut zuerst für Einrichtungen, die sie nicht in der Innenstadt haben wollte. Zwischen 1854 und 1859 ließ sie an der Hauptstraße das Friedrichs-Waisenhaus bauen, ein Heim für elternlose Kinder. 1859 wurde es eröffnet.

Gleich daneben entstand von 1877 bis 1879 das Städtische Arbeitshaus nach Plänen des Stadtbaurats Hermann Blankenstein. Es umfasste sechs Haftgebäude, Wirtschaftsbauten und ein Lazarett. Ein Arbeitshaus war eine Anstalt, in der Menschen ohne festen Wohnsitz oder Arbeit zur Arbeit gezwungen wurden.

Laut Wikipedia war das Arbeitshaus zunächst auch für etwa 500 Jungen des benachbarten Waisenhauses gedacht, die als Waisen oder ohne Eltern aufgegriffen worden waren. Das Haus VIII diente als Straf- und Verwahrhaus für sogenannte Korrigenden – Menschen, die nach damaliger Auffassung gebessert werden sollten.

Beide Anlagen prägen die Hauptstraße bis in die Gegenwart. Die zwei Knabenhäuser des Waisenhauses enthalten heute Wohnungen, und auch die Haftgebäude sind zu Wohnungen umgebaut. Was in diesen Mauern im 20. Jahrhundert geschah, erzählt ein eigenes Kapitel weiter unten.